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Nallo, Schwedisch Lappland
Der Königsweg oder Kungsleden ist Schwedens längster und berühmtester Wanderweg und wird hauptsächlich im Sommer begangen, ist aber im Winter ein ebenso aufregendes Abenteuer auf Skiern.
Fotonachweis: Michael Jönsson/Scandinav Bildbyrå/imagebank.sweden.se

Trekking in Schweden: Die wichtigsten Fakten zu Ausrüstung und Verhalten

Schweden gilt vielen als regelrechtes Wanderparadies – nicht zuletzt, weil du dort unkompliziert unter freiem Himmel übernachten kannst. So lassen sich die wunderschönen Naturlandschaften sogar relativ spontan, sprich ohne viel Planung im Voraus vollumfänglich erkunden. Dennoch brauchst du natürlich ein Minimum an Ausrüstung und „Know-how“ zum richtigen Verhalten, dann wird deine Trekking-Tour ein unvergessliches Erlebnis.

Ausgiebige Trekking-Touren dank Jedermannsrecht

Einmal in Schweden wandern. Diesen Wunsch teilen zahlreiche Menschen und das nicht ohne Grund. An Wanderwegen mangelt es schließlich nicht und die schwedische Natur präsentiert sich abwechslungsreich sowie ursprünglich. Hier kannst du in einigen Regionen noch tagelang unterwegs sein, ohne kaum einer Menschenseele zu begegnen. Besonders einfach ist das Übernachten möglich, weil das sogenannte Jedermannsrecht gilt, sprich du darfst fast überall dein Zelt aufschlagen.

Wenn dir Halbtages- oder Tageswanderungen zu langweilig sind, ist Schweden also die perfekte Anlaufstelle für eine ausgiebige Trekking-Tour, also eine mehrtätige Wanderung mit Zelt. Sie führt dich durch entlegene Regionen ohne feste Infrastruktur oder Unterkünfte. Genau darin liegt die Abenteuerlust beim Trekking und kaum eine Destination eignet sich dafür besser als Schweden.

Wandern

Im Hochgebirge von Schwedisch Lappland darfst du dein Zelt aufschlagen, aber bitte lass keine Spuren zurück.

Foto: Tomas Utsi/imagebank.sweden.se

Vorüberlegungen zum Wandern in Schweden

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern, gestaltet sich das Trekking in Schweden also spielend leicht und dadurch kannst du – wie vorab erwähnt – sogar relativ spontan aufbrechen. Ganz ohne Vorüberlegungen kommst du trotzdem nicht aus, damit du sicher und komfortabel unterwegs bist. Einerseits brauchst du schließlich die richtige Ausrüstung wie geeignete Wanderschuhe oder einen ausreichend dicken Schlafsack für kühlere Temperaturen (in der Nacht).

Andererseits hilft eine grundlegende Planung dabei, dass du die Orientierung behältst und jederzeit sicher unterwegs bist. Denn auch, wenn die schwedische Natur als ungefährlich gilt und auch für Anfänger eine tolle Trekking-Erfahrung bietet, darfst du nicht leichtsinnig an das Vorhaben herantreten. Hier findest du daher die wichtigsten Tipps zu Verhaltensregeln, Ausrüstung und Sonstigem, damit du dir keine Sorgen machen musst.

Allein, zu zweit oder in der Gruppe?

Gerade weil Schweden als so sicheres Reiseland gilt, überlegen viele Wanderbegeisterte, ob sie allein losziehen können. Tatsächlich ist Schweden für Alleinreisende gut geeignet. Ebenso wirst du immer wieder auf Menschen in Begleitung von Hunden treffen, denn auch mit Vierbeiner ist die schwedische Natur ein hervorragendes Reiseziel.

Prinzipiell spricht also nichts dagegen, allein unterwegs zu sein. Das gilt sogar für alleinreisende Frauen. Dann empfehlen sich aber zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, falls es zu einem Notfall kommen sollte, bei dem du dir nicht selbst helfen kannst. Wähle eine oder mehrere Personen aus, denen du stets mitteilst, welche Route du in welchem Zeitraum gehen wirst und wann du dich wieder meldest. So können sie Hilfe rufen, falls deine Kontaktaufnahme ausbleibt.

Neben dem geladenen (!) Handy ist zudem ein GPS eine Überlegung wert, beispielsweise in Form einer speziellen Smartwatch, die gegebenenfalls selbständig ein Notsignal aussenden kann. Für das Trekking in Schweden gelten somit dieselben Grundregeln wie für jede Wandertour anderswo auch – vor allem, wenn du ohne Begleitung losziehst.

Natürlich kannst du dir aber auch Begleitung suchen. Schweden lässt sich als Paar, mit Freunden, mit Kindern ab einem gewissen Alter oder sogar mit völlig Fremden in Form einer regelrechten Wandergruppe hervorragend erkunden. Du kannst die Trekking-Tour somit ganz nach deinem individuellen Geschmack gestalten. Wichtig ist nur, dass die Route bezüglich Länge und Schwierigkeitsgrad an den schwächsten „Mitwanderer“ angepasst wird. Dann bringt das gemeinsame Wandern den Vorteil mit sich, dass du nicht die ganze Verantwortung allein übernehmen musst und sich gegenseitig geholfen werden kann.

Der richtige Umgang mit der Natur

Natürlich solltest du grundlegende Kenntnisse mitbringen, was die Gefahren der Natur betrifft, wenn du eine Trekking-Tour durch Schweden machst. Das gilt beispielsweise für sicheren Unterschlupf bei Unwetter oder die Frage, wo du dein Zelt aufstellen solltest – und wo eher nicht. Solche Grundlagen kannst du dir aber schnell aneignen, falls dir noch die Erfahrung fehlt. Dann beginnst du außerdem am besten mit kürzeren Etappen in nicht allzu abgelegenen Gegenden, um dich an dieses Abenteuer heranzutasten.

Informiere dich vorab über die wichtigsten Verhaltensregeln in der Natur, die längst nicht nur für Schweden gelten. Das bedeutet zum Beispiel, deinen Schlafplatz so wieder zu verlassen, wie du ihn vorgefunden hast. Offenes Feuer ist vielerorts verboten und Hunde müssen während gewisser Zeiträume angeleint werden. Falls du unsicher bist, was erlaubt ist und was nicht, kannst du auch kurzerhand die „Locals“ fragen. Die Schweden gelten zwar als eher zurückhaltend, sind aber äußerst gastfreundlich und hilfsbereit, wenn du offen auf sie zugehst.

Eine Besonderheit bringt Schweden dennoch mit sich: Hier wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit auf Wildtiere treffen, wenn du in der unberührten Natur unterwegs bist. Die meisten von ihnen sind ungefährlich und mit etwas Glück kannst du unglaubliche Erinnerungsfotos schießen. Doch es gibt auch den einen oder anderen tierischen Weggefährten, dem du lieber ausweichen solltest. Dazu gehören Bären, Wölfe, Elche, Wildschweine und Kreuzottern. Dass du wirklich auf sie triffst, ist zwar eher unwahrscheinlich. Im Fall der Fälle solltest du aber wissen, wie du dich richtig verhältst oder sie von Vornherein vertreibst, um auf Nummer sicher zu gehen.

Übrigens: Auch an Wespen und Bienen mangelt es in Schweden natürlich nicht. Falls du allergisch bist (oder dies nicht mit Sicherheit ausschließen kannst), empfiehlt sich deshalb ein Notfallset im Gepäck.

Wandern in Schwedisch Lappland

Wandern in Schwedisch Lappland

Foto: Carl-Johan Utsi/imagebank.sweden.se

Vorsorge für Notfälle

Damit ist ein wichtiges Stichwort gefallen, denn ein Erste-Hilfe-Set darf in deiner Ausrüstung natürlich nicht fehlen. Notfälle lassen sich niemals ausschließen, doch tief in der schwedischen Natur dauert es unter Umständen länger, bis professionelle Hilfe da ist. Bis dahin musst du dir selbst zu helfen wissen, einerseits durch die richtigen Maßnahmen und andererseits durch geeignete Ausrüstung.

Damit in Notfällen außerdem die Kosten für eine Rettung oder Bergung sowie die anschließende Behandlung übernommen werden, brauchst du eine ausreichende Absicherung. Das gilt sowohl für die klassische (Auslands-) Krankenversicherung als auch für eine eventuelle Zusatzversicherung, falls es zu einem Unfall kommt. Dafür kannst du eine Unfallversicherung abschließen oder eine spezielle Versicherung bei Bergrettung, die beispielsweise vom Deutschen Alpenverein angeboten wird. Überlege also – wie beim normalen Wandern auch – welche Routen du gehen möchtest und wie du dich dafür am besten absicherst.

Art und Menge der Ausrüstung

Alles, was du jetzt noch tun musst, ist die richtige Ausrüstung zu besorgen beziehungsweise einzupacken und schon kann es losgehen. Das richtige Schuhwerk, wetterfeste Kleidung sowie ein ausreichend großer, aber nicht zu schwerer Rucksack sind dafür die wichtigsten „Must-haves“. Neben der Ausrüstung für Notfälle musst du an ausreichend Proviant denken, vor allem an genügend Wasser - selbst wenn das Wasser in den Gebirgsflüssen und -bächen Trinkwasserqualität hat. Je weiter entfernt du von der Zivilisation unterwegs bist, desto mehr Puffer gilt es an dieser Stelle einzurechnen. Das Handy sollte stets geladen sein, gegebenenfalls mit Hilfe einer mobilen Ladestation, falls du mehrere Tage am Stück unterwegs bist. Auch kannst du es zwischendurch ausschalten, um Akku zu sparen – vor allem dort, wo du ohnehin keinen Empfang hast.

Bei der Kleidung gilt: Nutze das Zwiebelprinzip, um für alle Tageszeiten sowie Wetterlagen gerüstet zu sein. Dadurch kannst du dein Gepäck minimieren und zugleich viel Geld sparen. Empfohlen wird eine warme Funktionswäsche als unterste Schicht, um den Schweiß aufzunehmen und ein Auskühlen zu verhindern. Die äußerste Schicht sollte wasser- und windbeständig sein. Dazwischen kannst du so viele wärmende Kleidungsstücke als isolierende Schicht kombinieren, wie es je nach Wetter und individuellem Empfinden notwendig ist. Beim Packen gilt somit die Grundregel: Nimm so viel mit wie nötig, aber so wenig wie möglich. Du wirst um jedes Gramm froh sein, das du nicht tragen musst.

Fazit

Eine Trekking-Tour durch Schweden braucht kaum mehr Vorbereitung als jede normale Wanderung (in der Heimat) auch. Wenn du also vernünftig, gut organisiert und mit der notwendigen Erfahrung – oder Recherche – an die Sache herangehst, wird dein Abenteuer garantiert zum vollen Erfolg. Arbeite daher zum Beispiel mit Checklisten, um nichts Wichtiges zu vergessen, und plane deine Route vorab zumindest grob; an Auswahl mangelt es ja zum Glück nicht. Übrigens lohnt es sich, dabei auch die „Locals“ einzubeziehen, denn sie haben oft die besten Tipps für dich. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Abenteuer deines Lebens!