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Dalsland Kanal Billingsfors
Foto: Roger Borgelid/Westsweden.com

Überblick

Auf nach Dalsland: sieben gute Gründe für eine Reise ins Land der Täler

Nichts für Wasserscheue: Die westschwedische Region Dalsland ist mit ihren Seen und Flüssen ein Paradies zum Paddeln, Baden und Bootfahren.

Das geheimnisvolle Dalsland ist mit seinem 250 Kilometer langen Seen- und Kanalsystem wie für einen Paddelurlaub gemacht. Du kannst der Natur aber auch ganz ohne Körpereinsatz nahekommen: nämlich bei einer Übernachtung in einem Glashaus im Wald. 

1. Wenn Schiffe schweben: der Dalsland-Kanal mit Aquädukt in Håverud

Der Dalsland-Kanal ist, je nach Blickwinkel, verschwindend kurz oder beeindruckend lang. Er bildet nämlich ein System aus elf Kanälen, die mehrere Seen in der Region miteinander und mit dem Vänern, Schwedens größtem See, verbinden. Das ganze Netz aus Wasserwegen ist über 250 Kilometer lang, die Kanalstrecken insgesamt aber nur zwölf. Einen spektakulären Anblick bietet die bekannteste Attraktion von Dalsland: die markante Trogbrücke von Håverud, die über einer Stromschnelle in der Luft hängt. Der Dalsland-Kanal hat außerdem zwölf Schleusen, die zusammen einen Höhenunterschied von 66 Metern überwinden. Das heißt, Boote steigen über die Schleusen eine Art Treppe hinauf. Das beste Erlebnis ist natürlich, selbst in einem Boot zu sitzen. Von Mai bis September bieten die drei Veranstalter M/S Dalslandia, M/S Storholmen und The Visitor Restaurant & Stugby Schifffahrten verschiedener Länge und Dauer an. 

2. Im Takt der Paddel: das Kanureich Dalsland-Nordmarken

Die vielen länglich-schmalen Seen bilden natürliche Wasserwege mit idealen Bedingungen zum Paddeln. Überall verleihen lokale Unternehmen Kanus und Kajaks – über tausend Paddelboote sollen in der Region verfügbar sein. Die regionale non-profit-Organisation DANO – Dalsland-Nordmarken, eine Zusammenarbeit der schwedischen Regionen Dalsland und Värmland sowie Nordmarka in Norwegen, pflegt über 100 Schutzhütten und Zeltplätze am Ufer der Seen und Kanäle, wo Besucher gegen einen kleinen Obolus übernachten können. Die App „Dalslands Kanal“ weist dir den Weg zu Kanuverleihern und Zeltplätzen. Zu den schönsten Zielen zum Paddeln gehören die Strecken Baldersnäs-Köpmannebro und Västra Silen-Svärdlång. Beide sind ca. 30 km lang und in 2-3 Tagen zu schaffen.

3. Außergewöhnliche Aktivitäten: von Draisine bis Zipline

Für den gewissen Kick im Urlaub kannst du in Dalsland bei mehreren Veranstaltern adrenalingeladene Aktivitäten buchen. Camp Dalsland bringt seine Gäste beim Geländelauf, Mountainbikerennen, Kanumarathon und Swimrun gleichzeitig der Natur und den körperlichen Limits näher. Dalslands Aktiviteter hat mit Kajakverleih, geführten Wanderungen, Bibersafari und Reiten ein entspannteres Programm, aber an der Zipline und im Hochseilgarten schnellt der Puls in die Höhe. Etwas Besonderes ist die „Eisenbahn mit der schönen Aussicht“ („De vackra vyernas järnväg“), wo du auf stillgelegten Schienen Draisine fährst: In Bengtfors geht’s los, über 52 abwechslungsreiche Kilometer bis nach Årjäng. Du kannst auch eine kürzere Strecke treten und anschließend zurück paddeln. 

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4. Übernachten im Kult-Glashaus: die 72 Hour Cabin

Im Jahr 2017 führte Visit Sweden in Zusammenarbeit mit der Region Westschweden und dem Stockholmer Universitätskrankenhaus Karolinska ein Experiment durch: Fünf Menschen mit stressigen Berufen waren eingeladen, 72 Stunden in der schwedischen Natur auf der Insel Henriksholm zu verbringen. Sie wohnten dabei in gläsernen Hütten im Stil von Gewächshäusern, um der grünen Umgebung stets nahe zu sein. Nach den drei Tagen hatten sämtliche Teilnehmer einen niedrigeren Blutdruck, einen ruhigeren Puls, bemerkten ein höheres Wohlbefinden und waren sogar kreativer. Die fünf Originalhütten der Studie stehen noch immer auf der Insel Henriksholm und sind hier für jeweils drei Nächte buchbar. Zusätzliche Hütten stehen beim Hotel Baldersnäs Herrgård und bei Dalslands Aktiviteter in Dals Långed.

5. Wenn die Natur inspiriert: Kunst & Kultur in Dalsland

Dalsland ist zwar für seine üppige Natur und Wasserwelt bekannt, doch ein Abstecher in die Zivilisation kann sich lohnen, um die Region besser zu verstehen. Nicht weit vom Aquädukt in Håverud liegt Dalslands Kunstmuseum in einem modernen Gebäude mit Nachhaltigkeitsgedanke, das sich dennoch in die Umgebung aus Industriedenkmälern einfügt. Jede Saison (März-November) zeigt das Museum zwölf Ausstellungen, bevorzugt mit plastischen Kunstwerken, in denen sich Natur und Künstlerfantasie begegnen. Die Dauerausstellung umfasst Bauernkunst und Handwerk aus der Region. Das Museumscafé Bonaparte mit verglaster Veranda und Seeblick ist ebenso einen Besuch wert. 

Noch moderner zeigt sich Dalsland im 2002 eröffneten Kulturzentrum Not Quite in einer ehemaligen Papierfabrik in Fengersfors. Hier haben Designer, Künstler und Handwerker ihre Studios und zeigen ihre Werke in Ausstellungen und im Shop (Mai-September). Auch spannend: das Strohmuseum (Halmens Hus), das von der Tradition erzählt, das „Gold der Bauern“ zu Hüten und Gebrauchsgegenständen zu verarbeiten. 

6. Von Räucherlachs bis Straußenei: der Geschmack von Dalsland

In Westschweden und auch in Dalsland kannst du in Hofläden und bei Bauern und lokalen Produzenten regionale Spezialitäten von hoher Qualität verkosten. Der Exot unter den Bauernhöfen ist Dalslands Struts in Färgelanda – eine Straußenfarm im Herzen der Region. Im Sommer kannst du hier Straußeneis essen! Ebenfalls in Färgelanda liegt die Molkerei Dals Spira, die Käse, Joghurt und Eis aus Ziegenmilch herstellt. Im Café Brukets Godaste in Fengersfors liegt der Duft von frischgebackenem Brot in der Luft. Ein Tipp: die hauseigene Pizza Dalsland, belegt mit Roter Bete und Schafskäse. Das wahrscheinlich beste Restaurant von Dalsland ist Håfveruds Rökeri & Brasseri, das frischen Fisch wie Makrele, Weißfisch, Saibling und natürlich Lachs vor Ort räuchert.

7. Zur Besinnung kommen: Wanderung auf dem Pilgerweg

Durch die flache Landschaft von Dalsland zieht sich wie ein gerader Strich von Süd nach Nord der 100 Kilometer lange Pilgerweg (Pilgrimsleden). Er ist Teil eines größeren Pilgerwegenetzes mit einem gemeinsamen Ziel: dem Nidarosdom im norwegischen Trondheim. Egal ob gläubig oder nicht, ob hundert Kilometer oder nur zehn: die Wanderung und die Zeit in der Natur werden dir innere Ruhe schenken. Der Pilgerweg beginnt in Vänersborg an der südwestlichen Spitze des Vänern-Sees und verläuft dann fast parallel mit dem Westufer. Ungefähr in der Hälfte passiert der Wanderweg die Kirche Holm in Mellerud und setzt dann schnurstracks gen Norden fort, durch eine zerklüftete Seenlandschaft, wo die Landkarte mehr blaue als grüne Flächen zeigt. Das offizielle Ziel des Pilgerwegs durch Dalsland ist die Kirche von Edsleskog, aber das ursprüngliche Ziel in Norwegen ist dort noch weit weg. Deswegen schließt hier ein nicht ausgeschilderter Teil des Pilgerwegs an, der nach etwa 20 Kilometern in der Nachbarregion Värmland in den dortigen Pilgerweg übergeht und sich so langsam dem Nidarosdom nähert.


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