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Modedesignerin Marina Kereklidou vor dem Acne Archive in Stockholm
Foto: Anton Olin

Reisetipps

„Die Menschen sind es, die Stockholm so cool machen“

Modedesignerin Marina Kereklidou kennt sich in Stockholm hervorragend aus. Dies ist ihr persönlicher Guide zu den stilvollsten Orten in der schwedischen Hauptstadt.

Marina Kereklidou ist eine Modedesignerin, deren Weg zur lokalen Stilikone in den 1990er-Jahren mit ihrem gleichnamigen und hochgelobten Label begann. Dies war der Anfang von etwas, das bald zu einer Flut von jungen schwedischen Designern werden sollte, die in der Modewelt Einzug hielten. Nachdem sie als Modeleiterin für die renommierte Luxusmarke Busnel arbeitete, ist Marina heute Kreativdirektorin einer der größten Optikerketten Schwedens und außerdem persönliche Stylistin für die größten Namen in der schwedischen Musik. 

Marina liebt es, nach Stockholm heimzukehren, der Stadt, in der sie den Großteil ihres Lebens verbracht hat, die sie aber oft verlässt, um größere Städte aufzusuchen. Was ihr gefällt, ist das sofortige Gefühl von Coolness. Und auch wenn Menschen, die Stockholm zum ersten Mal besuchen, ein wenig Zeit brauchen, so erkennen auch sie bald: Es sind die Menschen, die man auf den Straßen sieht, die die schwedische Hauptstadt zu einer derartigen Designoase machen. Die Geschäfte, Galerien und Museen können vielleicht nicht mit Paris oder New York konkurrieren, aber was ihnen möglicherweise an Prestige fehlt, wird durch das hippe Publikum wettgemacht. 

Auf die Bitte, ihre Heimatstadt in einem Wort zu beschreiben, entscheidet sich Marina schnell für „praktisch“. Stockholm ist eine kleine Hauptstadt, bei der jede Designattraktion zu Fuß erreichbar ist. Und obwohl die Stadt klein ist, hat jeder Stockholmer Stadtteil seinen unverwechselbaren Charakter – und seine eigenen verborgenen Schätze, die den Spaziergang verlohnen.


01. Acne Archive für Mode-Nerds

„Acne hat für die schwedische Mode einfach alles bedeutet! Dem Label ist gelungen, wovon alle unabhängigen Designer träumen – so groß und renommiert zu werden, dass sie es sich leisten können, keinerlei Kompromisse zu machen. Und das liegt an den Jeans der Marke, die immer noch unglaublich beliebt sind.  Acne hat eine einzigartige Art des Ausdrucks und der Präsentation seiner Kleidung, und als Stylist kann man diese auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen einsetzen, um den richtigen Look zu erzielen.  Ich gehörte zu den ersten Menschen in Stockholm, die sich ein Paar der ersten Acne-Jeans mit den legendären roten Nähten kauften. Der Acne-Archive-Laden befindet sich im malerischen Viertel Birkastan, und hier können Hardcore-Fans ihre Lieblingsstücke aus alten Kollektionen finden.“

Acne Archive, Torsgatan 53


02. Bibliotekstan für die angesagteste schwedische Mode

„Bibliotekstan, zwischen den Plätzen Norrmalmstorg und Stureplan gelegen, ist ein selbstverständlicher Anlaufpunkt für den modebewussten Touristen. In einem Radius von nur wenigen hundert Metern findet man hier das Beste, was schwedische Mode zu bieten hat: Hope, Whyred und Rodebjer, Acnes Flagship-Store und natürlich die H&M-Marken Cos und & Other Stories. Es ist noch nicht lange her, dass schwedische Mode nur schwer zu finden war, aber heute ist sie endgültig präsent.  Darauf ist man hierzulande stolz, und das ganz zu recht. Schwedisches Design zeichnet sich dadurch aus, dass es erfolgreich die schwierige Balance hinbekommt, Schlichtheit und Tragekomfort mit Coolness zu vereinen.“ 

Bibliotekstan, Biblioteksgatan (und Umgebung)

Nitty Gritty, StockholmDie Krukmakargatan, zwischen Zinkensdamm und Mariatorget mit Nitty Gritty und anderen Geschäften gelegen, ist für den Modefan unbedingt einen Besuch wert. Foto: Anton Olin


03. Nitty Gritty, Södermalms Mode-Mekka

„Obwohl Stockholm eine ziemlich kleine Hauptstadt ist, hat jeder Stadtteil seinen eigenen unverwechselbaren Charakter. Södermalm ist vielleicht das Viertel mit der offensichtlichsten Identität und wird üblicherweise mit Brooklyn verglichen, und zwar aus gutem Grund. Anders ausgedrückt: Hier gibt es Hipster zuhauf. Die Krukmakargatan zwischen Zinkensdamm und Mariatorget ist für den Modefan auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier befinden sich sowohl Our Legacy als auch Nitty Gritty, das mit seinem dynamischen Angebot sowohl von saloppen als auch eleganten Outfits schon lange eine Institution für Herrenmode ist. Und genau in der Mitte zwischen den beiden liegt Papercut, Schwedens bestsortierter Zeitschriftenladen.“ 

Nitty Gritty, Krukmakargatan 24, 26


04. Ein schwarzer Klassiker

„In der Brunnsgatan, einer anonymen Straße zwischen Hötorget und Stureplan, versteckt sich der Lieblingsladen jedes Modeliebhabers – Jus. Die Betreiberin, Ulrika Nilsson, hat ein Talent dafür, aus den Kollektionen internationaler Designer stets das Beste auszuwählen. Ich kann nicht hineingehen, ohne etwas zu finden, das ich haben muss. Letztes Mal war es ein schwarzer Faltenrock von Comme des Garçons, in den ich mich total verliebte. Für einen Besuch bei Jus sprechen sein sorgfältig ausgewähltes Sortiment an namhaften internationalen Marken und dass dort auch unabhängige schwedische Modedesigner wie Diana Orving und Ida Sjöstet vertreten sind.“ 

Jus, Brunnsgatan 7

Jus findest du in der Brunnsgatan, StockholmJus ist der richtige Ort für sorgfältig ausgewähltes Sortiment an renommierten internationalen Marken und auch an unabhängigen schwedischen Modedesignern. Foto: Anton Olin


05. Wie zuhause im Ett Hem

„Mein Mann und ich ziehen manchmal in ein Hotel in Stockholm, um ein paar Tage als Touristen in unserer eigenen Stadt zu verbringen. Unser Lieblingshotel ist das Ett Hem. In einem wunderschönen Stadthaus in dem ebenso schönen Viertel Lärkstaden ist es Ise Crawford gelungen, ein persönliches und geschmackvolles Design-Hotel zu schaffen, das seinem Name wirklich gerecht wird – denn es fühlt sich tatsächlich an, als würde man nach Hause kommen. Das Hotel hat nur einen Nachteil: Es gibt zu wenige Zimmer und es ist so beliebt, dass es immer ausgebucht zu sein scheint. Aber wenn man früh genug bucht, ist es eine wunderbare Unterkunft in Stockholm.“

Ett Hem, Sköldungagatan 2


06. Im Herzen der Stadt

„Der Brunkebergstorg liegt genau in der Mitte von Stockholm und macht zurzeit eine spannende Transformation durch. Vor hundert Jahren war er ein gesellschaftlicher Treffpunkt, und jetzt scheint es den Wunsch zu geben, auf diesem Platz, der jahrelang vernachlässigt wurde, jenes Gefühl wiederzubeleben. Vor kurzem hat hier das Hotel At Six seine Türen geöffnet, das nicht nur äußerst zentral gelegen ist, sondern auch eine gemütliche und stilvolle Listening-Lounge und eine sehr elegante Cocktailbar hat.“

At Six, Brunkebergstorg 6


07. Wie in einem Bergman-Film

„Ich bin nicht oft genug dort, aber jedes Mal, wenn ich den Friedhof Skogskyrkogården besuche, der eigentlich gar nicht so weit von der City entfernt ist, fällt mir auf, was er doch für ein fantastischer Ort ist. So als betrete man einen Ingmar-Bergman-Film, karg und dramatisch und so schön gemacht. Ganz offensichtlich sind hier Menschen mit designerischen Fähigkeiten am Werk gewesen. Als Gunnar Asplund und Sigurd Lewerentz den Friedhof Anfang des 20. Jahrhunderts gestalteten, stellten sie das Konzept des Trauerns in den Mittelpunkt, aber wenn man ihn besucht, ohne auf eine Beerdigung zu gehen, ist es eigentlich eher ein belebendes Erlebnis, all den monumentalen Kapellen und der kargen Natur zu begegnen.“

Skogskyrkogården, Sockenvägen 492


08. Natur und Kultur in perfekter Harmonie

„Einer der Hauptgründe dafür, dass Stockholm manchmal die schönste Stadt der Welt genannt wird, sind natürlich seine Nähe zum Meer und sein Schärengarten. Wer das Artipelag besucht, eine Kunstgalerie, die vom Stadtzentrum etwa eine halbe Stunde entfernt ist (oder etwas länger, wenn man mit dem Schiff fährt), kommt in den Genuss des Besten aus beiden Welten: Design und Archipel in perfekter Symbiose. Hier ist es den Betreibern gelungen, Natur und Bildhauerei nahtlos und elegant miteinander zu verflechten. Das Artipelag ist eine Kunstgalerie in Privatbesitz – mit einer hohen Ausstellungsqualität und einem Restaurant, das fast genauso gut ist – und es begeistert mich, dass es Menschen gibt, die diese Art von Initiative ergreifen.“ 

Artipelag, Artipelagstigen 1