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Schloss Rosersberg, Stockholm
Foto: Raphael Stecksén/Kungliga Hovstaterna

Aktivität

Schlösser in Stockholm und Umgebung – eine Reise durch die schwedische Geschichte

Schwedens königliche Schlösser und die dazugehörigen Gärten bieten Besuchern einen Einblick in die Geschichte und das Leben der Monarchie über die Jahrhunderte.

Mit einem König auf dem Thron seit über tausend Jahren ist die schwedische Monarchie eine der ältesten der Welt. Im Mittelalter war Schweden in zwei Königreiche geteilt: das Reich der Svear in der Mitte des Landes und das Reich der Götaer im heutigen Südschweden. In dieser Zeit genoss Schweden einen hohen Status als Regionalmacht. Dies erklärt zum Teil, warum es in Stockholm und Umgebung so viele Mittelalterburgen und Renaissance-Schlösser gibt. 

Jede dieser Sehenswürdigkeiten hat eine charakteristische Architektur. Auch die Innenausstattung spiegelt sowohl den Zeitgeist der jeweiligen Epoche als auch den persönlichen Geschmack der Könige und Königinnen wider, die dort gelebt haben.

Die Schlösser der heutigen Königsfamilie: ein Streifzug durch die Architektur des Barock

König Carl XVI. Gustaf, auf dem Thron seit 1973 und damit der am längsten regierende Schwedenkönig aller Zeiten, und Königin Silvia verbringen den Großteil ihrer Zeit in zwei Schlössern von historischer Bedeutung: im Stockholmer Schloss und im Schloss Drottningholm. 

Mit über 600 Räumen ist das Stockholmer Schloss eines der größten in Europa. Dieser imposante Königssitz befindet sich auf der Altstadtinsel Gamla Stan im Stadtzentrum und ist die offizielle Residenz des Königs, obwohl er in erster Linie als Arbeitsplatz für die königliche Familie und als Kulisse für große Empfänge und Staatsbesuche dient. Im Inneren des zwischen 1690 und 1750 (neu) errichteten Schlosses überwiegt der italienische Barockstil. Schlossarchitekt Nicodemus Tessin d. J. hat sich in seinen Entwürfen von römischen Palästen inspirieren lassen.

Das Schloss Drottningholm liegt hingegen ruhig auf der Insel Lovön westlich vom Stadtzentrum. Es wurde fast gleichzeitig mit dem Stockholmer Schloss geplant und spiegelt mit seiner symmetrischen Fassade und dem kunstvollen Schlossgarten die wichtigsten Elemente des französischen Barocks wider. Es wird auch als „schwedisches Versailles“ bezeichnet. Drottningholm ist das am besten erhaltene Schloss in Schweden und steht auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste. 

Seit 1981 wohnt hier das Königspaar, aber Teile des Schlosses und der Park sind Besuchern trotzdem zugänglich.

Drottningholm: ein schwedisches Schloss im Großraum Stockholm

Das Schloss Drottningholm ist perfekt für einen Tagesausflug, und das zu jeder Jahreszeit. Es befindet sich auf der Insel Lovön im Mälarsee, etwa zehn Kilometer westlich von Stockholm, und ist mit Boot, Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.

Als Hauptwohnsitz von König und Königin sind die Räume im Südflügel privat. Der Rest - einschließlich der prächtigen Außenanlagen - ist das ganze Jahr über für die Öffentlichkeit zugänglich. Du kannst das Schloss auf eigene Faust erkunden oder eine Führung mitmachen. An allen Besuchertagen gibt es mindestens zwei Termine auf Englisch. 

Von besonderer Bedeutung ist das schlosseigene Theater aus dem 18. Jahrhundert, das am besten erhaltene seiner Art in Europa. Es ist das einzige Theater der Welt, in dem noch die ursprüngliche Bühnenmaschinerie verwendet wird. Die Aufführungen im Sommer sind ein Geheimtipp für Theaterfans. 

 Schloss DrottningholmDrottningholm liegt auf einer Insel im Mälarsee vor den Toren Stockholms. Das Schloss wurde nach französischen Vorbildern vom Architekten Nicodemus Tessin d. Ä. erbaut. Foto: Ola Ericson/imagebank.sweden.se

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Traumziel Fernost: der chinesische Pavillon im Park von Schloss Drottningholm

Am äußersten Ende des Schlossparks, der an sich schon einen Besuch wert ist, befindet sich der chinesische Pavillon. Dieses kunstvolle Lusthaus ließ König Adolf Fredrik im Jahr 1753 als Geburtstagsgeschenk für seine Frau und Königin Lovisa Ulrika erbauen. Dem König gelang es, den Bau geheim zu halten und die Königin zu überraschen. Sie beschrieb den Pavillon als „echten Märchenpalast - das schönste Gebäude, das man sich vorstellen kann“. Wahrscheinlich war es die fernöstliche Ästhetik mit Drachen und einem markanten Dach, die sie so beeindruckte: Im 18. Jahrhundert galt China als sagenumwobenes Sehnsuchtsland. Alle Mitbringsel der Ostindischen Handelsflotte von dort waren heiß begehrt. 

Im Inneren geht die Reise weiter: Chinesisch inspirierte Rokokomöbel, antike chinesische Gegenstände und importierte Seide und Papier an den Wänden ergeben ein täuschend echtes Bild vom fernen Osten. Der Pavillon ist von Mai bis September für Besucher geöffnet.

Chinesischer Pavillon in DrottningholmChinesischer Pavillon in Drottningholm. Das Lustschloss wurde 1753 im Stile der Chinoiserie errichtet. Foto: Raphael Stecksén

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Sehenswertes Dreigestirn in Stockholm: Schloss, Kirche und Hofstall 

Wenn du tiefer in die Welt der schwedischen Royals eintauchen möchtest, solltest du für den Besuch des Schlosses mit seinen Paraderäumen und mehreren Museen mindestens drei Stunden einplanen. Anschließend geht die spannende Geschichtsstunde in der Kirche auf der Insel Riddarholmen und im Hofstall weiter.

Die Riddarholmskirche ist auf Stockholms einzigem erhaltenen Mittelalterkloster aufgebaut. Seit über 200 Jahren finden hier keine regulären Gottesdienste mehr statt, sondern es ist die Begräbniskirche der schwedischen Monarchen. Mit Ausnahme von Königin Kristina sind hier von Gustav II. Adolf (gest. 1632) bis Gustaf V. (gest. 1950) alle aufeinanderfolgenden schwedischen Könige beigesetzt, außerdem einige Herrscher aus dem Mittelalter wie Magnus Ladulås (gest. 1290) und Karl Knutson Bonde (gest. 1470). Von Mai bis September ist die Kirche geöffnet. Mach eine Führung mit und erlebe einen rasanten Streifzug durch die höfische Geschichte voller Machtspiele und Intrigen. 

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des höfischen Lebens in Stockholm sind die königlichen Ställe, die - und das ist selten - ganz zentral in der Stadt liegen. Schon König Gustav Vasa hatte im 16. Jahrhundert einen Hofstall, allerdings damals noch neben dem Schloss. Seit etwa 1900 sind die Pferde, Ponys, Kutschen und Oldtimer auf Östermalm untergebracht. Die schicken Kutschen kommen immer noch regelmäßig zum Einsatz, sei es bei Staatsbesuchen, Hochzeiten oder am Nationalfeiertag am 6. Juni, wenn die ganze königliche Familie vom Schloss nach Djurgården rauscht. Du musst eine Führung mitmachen, um den Stall zu besuchen. Die gibt‘s das ganze Jahr über auf Englisch.

Die königlichen Ställe, StockholmDie königlichen Ställe befinden sich seit über einem Jahrhundert im Stadtteil Östermalm in Stockholm. Die Ställe sind ganzjährig für Besucher geöffnet. Foto: Sanna Argus Tirén/Kungliga Hovstaterna

Die königliche Kapelle, StockholmDas beeindruckende Interiör der königlichen Kapelle in Stockholm wurde im 18. Jahrhundert fertiggestellt. Foto: Alexis Daflos/Kungliga hovstaterna

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Grüne Oase mit blauem Blut: Djurgården mit Schloss Rosendal 

Der Stadtpark Djurgården ist der erste Nationalstadtpark der Welt. Das abwechslungsreiche Gelände bildet einen zehn Kilometer langen Bogen am Ostrand der Stadt und besteht aus Wiesen, Sümpfen, Seen und Hügeln mit jahrhundertealten Eichen. 

Djurgården war einst das Jagdrevier des Königs, und noch heute sind hier viele wilde Tiere heimisch. Vielleicht kannst du Hirsche, Füchse, Hasen und seltene Vogelarten beobachten. Kulturfans finden auf Djurgården bedeutende Sehenswürdigkeiten wie das Vasamuseum, das Nordische Museum und das Freilichtmuseum Skansen.

Im Schatten dieser Besuchermagneten steht das Schloss Rosendal, das du im Sommer im Rahmen von Führungen besuchen kannst. Der von dem schwedischen Architekten Fredrik Blom entworfene Palast - im Grunde ein Fertigteilhaus! - wurde 1827 für den ersten Bernadottekönig Karl XIV. Johan als Sommerhaus erbaut. Es ist ein sehenswertes Beispiel für den schwedischen Empire-Stil, auch bekannt als Karl Johan-Stil. 

Herbst in StockholmAnsicht von Stockholm während der Herbstzeit. Foto: Jeppe Wikström/mediabank.visitstockholm.com

Blick auf Insel DjurgårdenDjurgården ist Teil des Royal National Cityparks, der auch als Ecopark bekannt ist. Es ist weltweit der erste Nationalpark in einer Stsdt und umfasst 27 km2 Natur- und Kulturwerte. Foto: Ola Ericson/imagebank.sweden.se

Kanal von DjurgårdenDjurgården ist seit Königin Kristinas Tagen eine Oase für Freizeit und Erholung. Heute ist die Insel eine der Hauptattraktionen von Stockholm. Foto: Werner Nystrand/Folio/imagebank.sweden.se

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Weitere schwedische Schlösser in Stockholm und Umgebung: Willkommen im Haga-Park! 

Im Norden von Stockholm befindet sich der Hagapark, ein englischer Landschaftspark und beliebt bei Joggern und picknickenden Familien. In diese hügelige Oase sind mehrere interessante Bauten gestreut, darunter das Schloss von König Gustav III., das sich ganz bescheiden „Pavillon“ nennt. Es gilt als eines der besten Beispiele des europäischen Neoklassizismus, erbaut im späten 18. Jahrhundert. Der Pavillon wurde vom Architekten Olof Tempelman entworfen, nach detaillierten Angaben vom König. Das Schloss ist im Sommer für Führungen geöffnet.

Leider konnte der Monarch seinen geliebten Rückzugsort in der Natur nur wenige Jahre genießen. Er liebte das Theater und die Kunst, aber seine Politik war umstritten. Im Jahr 1792 wurde er bei einem Maskenball in der Oper ermordet und seinem Schicksal setzte Komponist Giuseppe Verdi mit der Oper „Ein Maskenball“ ein Denkmal. 

Gleich neben dem Schloss steht der sogenannte Echotempel, wo der König im Freien zu essen pflegte - ein fotogener Pavillon mit Säulen und Details in leuchtendem Grün. Außerdem gibt es im Hagapark einen chinesischen Pavillon und einen türkischen Kiosk, allesamt Ideen von König Gustav III. Du erreichst den Park aus der Stockholmer Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. 


Pavilion von Gustav III, StockholmDer Pavillon von Gustav III befindet sich im Haga-Park nördlich der Stadt Stockholm. Foto: Gomer Swahn/Kungliga Hovstaterna

Interieur des Pavillons von Gustav III, StockholmKönig Gustav III. brach im März 1792 von diesem Pavillon zum schicksalhaften Maskenball an die Oper auf, der Vorbild für Verdis Oper "Ein Maskenball" wurde. Foto: Gomer Swahn/Kungliga Hovstaterna

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