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Auf der Suche nach Flusskrebsen in Westschweden
Foto: Jonas Ingman/ Westsweden.com

Aktivität

Schwedische Gourmetsafaris – genussvolle Abenteuer in der Natur

Sammler aufgepasst: Dank dem Jedermannsrecht können in Schweden alle das Angebot von Mutter Natur nutzen und wilde Pilze, Beeren und Pflanzen pflücken. Zieh auf eigene Faust los oder schließe dich einem Experten an – Gourmetsafaris gibt es in vielen Varianten.

Das Hobby, in der Natur nach Essbarem zu suchen, ist in Schweden weit verbreitet. Im Spätsommer verbringen Naturliebhaber jeden Alters, darunter auch Spitzenköche, ganze Tage in der Wildnis, um Beeren, Pilze und Pflanzen zu sammeln. Der Anblick eines prallen Heidelbeerstrauchs oder eines frischen Steinpilzes macht genauso viel – wenn nicht mehr – Freude wie das Essen. Und dank dem schwedischen Jedermannsrecht, das allen Zugang zur Natur gibt, kannst auch du mit einem Korb in der Hand losziehen und bei der Nahrungssuche im Wald relaxen. Natürlich befolgst du dabei die goldene Regel: Nicht stören und nichts zerstören.

Auch wenn es verlockend ist, die Wildnis auf eigene Faust zu erkunden, empfehlen wir vor allem Neulingen, zunächst mit einem erfahrenen Naturburschen loszuziehen. Bei einer geführten kulinarischen Safari durch den Wald vermeidest du nicht nur das Risiko, ungenießbare oder gar giftige Pilze und Pflanzen zu erwischen, sondern ein Guide kennt auch die besten Stellen und zeigt dir heimische Sorten, die du vielleicht noch nicht kennst. Zum Beispiel verstecken sich Pfifferlinge gerne unter Tannennadeln, Moos oder umgestürzten Bäumen. Da braucht es ein geschultes Auge, um sie zu finden. Koch Niki Sjölund aus Stockholm ist einer von vielen Naturexperten, die Kurse im Pilzesammeln anbieten.

Die Schweden haben auch eine Vorliebe für kultiviertere Formen der Nahrungssuche: Im ganzen Land gibt es Bauernhöfe und Obstplantagen, auf denen Besucher selbst ernten können („självplock“ heißt das auf Schwedisch). Zur Auswahl stehen je nach Saison Obst und Gemüse wie Erdbeeren, Äpfel, Kartoffeln und Maiskolben. Auch Fans von Meeresfrüchten sind in Schweden richtig: Bei Hummer- und Muschelsafaris können sie in die großzügige Speisekammer der Natur am Meer eintauchen.

Schwedische Wälder = ein Beeren- und Pilzparadies

Wo anfangen, wenn du dein Körbchen mit Beeren oder Pilzen füllen willst? Oder auch nur das Abendessen mit einer Handvoll Sauerklee aufpeppen möchtest? Halte einfach nach Bäumen Ausschau: Da die Hälfte von Schweden von Wald bedeckt ist, hast du es fast nie weit zu einem grünen Fleckchen, selbst wenn du in der Hauptstadt Stockholm oder in Göteborg Urlaub machst.

Pilze fühlen sich vor allem in der Nähe von Buchen und Fichten wohl. Wo Springkraut oder Brennnesseln wachsen, suchst du hingegen vergeblich. Zwischen Tannen und anderen Nadelhölzern kannst du dich in einem Meer aus Blaubeer- und Preiselbeerkraut wiederfinden, denn die beiden gedeihen in der gleichen Umgebung. Auch im nordschwedischen Marschland kommen sie vor.

In arktischen Gefilden kannst du das „Gold des Waldes“ finden: die leuchtend orangefarbenen Moltebeeren, auf Schwedisch „hjortron“. Diese himbeerförmigen Beeren enthalten viele Vitamine und sind köstlich. Runde deine kulinarische Safari mit einem Klassiker der schwedischen Hausmannskost ab: Waffeln mit Moltebeerenkompott und Schlagsahne.

Wilde Himbeeren („hallon“) wachsen im ganzen Land, wie auch Hagebutten und Brennnesseln (am besten im Frühling pflücken). Auch die kleinen wilden Erdbeeren („smultron“) sind nicht anspruchsvoll und wachsen am Wegesrand, auf Lichtungen und am Rand von Blumenwiesen. Übrigens haben die Schweden ein besonderes Wort für geheime Lieblingsplätze: „smultronställe“, übersetzt „wilde Erdbeeren-Stelle“. Wenn du einmal die Freude erlebt hast, auf eine Stelle mit intensiv süßen Walderdbeeren zu stoßen, verstehst du, warum die Beere zu einem Symbol für persönliche Orte ist, die man nicht mit jedem teilt. 

Gourmetsafaris an den schwedischen Seen und Küstengebieten 

Jetzt lassen wir die Wälder hinter uns und halten die Nase in die salzige Meeresluft. Die Westküste, aber auch die Seen im Inland, halten viele Anglerfreuden parat. Einen Köder auszuwerfen und in der stillen Natur auf den großen Fang zu warten, ist besser als jede Antistresstherapie. Das Angeln ist zwar nicht Teil des Jedermannsrechts, aber mit einem günstigen Angelschein bist du auch hier schnell und unkompliziert im Rennen.

In Schweden gibt es geführte Angeltouren, was vor allem für Anfänger eine Abkürzung sein kann: Die Tipps und Ausrüstung der Profifischer sind quasi ein Garant dafür, dass bald einer anbeißt. Wenn du in der Nähe von einem der großen südschwedischen Seen wie dem Vänern, Vättern oder Mälarsee Urlaub machst, kannst du dich dort Angeltouren anschließen. An der Westküste, im Stockholmer oder im Göteborger Schärengarten, tummeln sich im frischen Wasser außerdem Austern und Hummer, die selbst den anspruchsvollsten Hunger auf lokale Spezialitäten stillen.