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"Welcome to Weden", photo from London Design Biennale 2016
Foto: Svensk Form

Überblick

Schwedisches Design – schöne Dinge für jeden Tag

Von IKEA-Möbeln und der Mode von H&M über Spotify bis hin zu Bauwerken von Architekt Gunnar Asplund – diese schwedischen Namen haben etwas gemeinsam: Sie gehen von den demokratischen Werten aus und wollen funktionales Design für jeden zugänglich machen.

„Sie bauen alle auf Benutzerfreundlichkeit auf und haben einen demokratischen Ausgangspunkt“, erklärt Ewa Kumlin, Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins Svensk Form, der schwedisches Design fördert.

Wie die Schönheit den Alltag erreichte

Vor hundert Jahren, 1917, organisierte die schwedische Vereinigung für Werkkunst Svenska Slöjdföreningen, die heute Svensk Form heißt, eine „Heimausstellung“ in der Stockholmer Kunstgalerie Liljevalchs. Sie zeigte in 23 eingerichteten Wohnungen Möbel und Haushaltsgeräte, die sich die Arbeiterklasse leisten konnte. Auf die Ausstellung hin veröffentliche Gregor Paulsson, Sekretär des Vereins, die Schrift „Vackrare vardagsvara“, ein Manifest für „schönere Gebrauchsgegenstände“.

„Es gab einen Drang in der Gesellschaft, schönes Design zu schaffen, das für jeden verfügbar und erschwinglich war. Diese demokratischen Werte legten den Grundstein für das schwedische Design, wie wir es heute kennen“, sagt Ewa Kumlin.

Eine Dekade später legte die Vereinigung nach: Auf der Insel Djurgården eröffnete die „Stockholmer Ausstellung 1930“, die vier Millionen Besucher anzog. Es war der Durchbruch des schwedischen Funktionalismus. In dieser Zeit wuchs auch der Einfluss der Sozialdemokraten, die zwei Jahre später an die Macht kamen und das „Folkhemmet“, den schwedischen Wohlfahrtsstaat, ausbauten. Die 40 Jahre dauernde Bewegung mit dem Ziel einer erhöhten Lebensqualität sollte Schweden zum modernsten Land der Welt machen.

Zeitlose Designklassiker seit 1931

“Schweden erlebte eine Blüte, und viele der klassischen Designs, die wir heute kennen, entstanden in dieser Zeit“, sagt Ewa Kumlin und betont, dass funktionale Möbel und Gebrauchsgegenstände, die für die Massen produziert sind, keineswegs an Schönheit einbüßten. Schlichtheit und klare Linien prägten die neue Ästhetik.

Zu den Kultmöbeln zählen Bruno Mattsons geflochtene „Sadelgjord“-Sessel (1931) und Yngve Ekströms geschwungener „Lamino“-Stuhl (1956). Weitere Klassiker sind die bauchige Hängelampe „Bumling“ von Anders Pehrson für Ateljé Lyktan (1968) und das Keramikservice „Berså” mit grünen Blättern von Stig Lindberg (1961).

Ein Designbeispiel der jüngeren Vergangenheit ist die Lampe „Horse“ vom Designstudio Front für Moooi (2006). Wusstest du, dass das IKEA-Bücherregal „Billy“ schon 1978 von Gillis Lundgren entworfen wurde? Praktisch und schlicht überdauert schwedisches Design die Jahrzehnte.

In den 1930ern und 1940ern exportierte Schweden viele Designprodukte nach Amerika. Dort wurde der Begriff der skandinavischen Moderne geprägt. „Schwedisches Design wurde beliebt, weil es so zugänglich war. Es ging nicht nur um Luxus und Extreme. Jeder kam in den Genuss, es zu benutzen“, sagt Kumlin.

Museen machen Design sichtbar

Heute haben sich in Stockholm das Nordische Museum, das Nationalmuseum und das Zentrum für Architektur und Design namens ArkDes darauf spezialisiert, die Geschichte des schwedischen Designs zu erzählen und funktionale Stücke auszustellen. Abseits der Hauptstadt machen das Röhsska-Museum in Göteborg und das IKEA-Museum in Älmhult demokratisches Design sichtbar und verständlich.

Demokratische Wertvorstellungen und die Frage nach Lebensqualität umfassen heute auch Themen wie Gleichberechtigung, Identität, Normen und Nachhaltigkeit. Auch Museen diskutierten diese Themen. Die Vorstellungen von einem erfüllten Leben inspirieren Designer zu neuen, innovativen Lösungen für die Herausforderungen des Alltags. 

„Als Ergebnis der flachen Hierarchie in unserer Gesellschaft werden die Werte ständig wiederbelebt und getestet“, fügt Kumlin hinzu.

Von Jonna Dagliden Hunt