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Gartenverein Göteborg
Foto: Frida Winter/Göteborg & Co

Aktivität

Im grünen Bereich: sehenswerte Gärten und Parks in Westschweden

Mit über hundert öffentlichen Parks und Gärten ist Westschweden eine Region mit einem ausgeprägten grünen Daumen. Erlebe die Geschichte, Natur und Mentalität der Westküste durch die Gärten und Parks in und um Göteborg.

Das überregionale Projekt „Trädgårdsresan”, zu Deutsch „Gartenreise”, listet die 60 schönsten Gärten auf einer Webseite mit interaktiver Karte, die es auch auf Deutsch gibt und die anzeigt, welche Gärten am Tag deiner Wahl geöffnet haben. Das Spektrum reicht von imposanten Schlossgärten über wildromantische Oasen bis hin zu kleinen Bio-Gärten mit Verkauf. Um dir die Auswahl zu erleichtern, stellen wir neun Highlights aus den verschiedenen Kategorien vor. 

Der Botanische Garten: Botaniska in Göteborg

Mit 16.000 verschiedenen Pflanzen und einer Größe von 245 Fußballfeldern ist der botanische Garten von Göteborg einer der größten in Europa. Das Japantal mit dem Taschentuchbaum birgt ein ruhiges Stück Fernost, während im Steingarten ein Wasserfall rauscht und sich eine wilde Natur entfaltet. Ein Viertel der grünen Schätze ist in Gewächshäusern mit elf unterschiedlichen Klimazonen untergebracht, darunter Schwedens größte Sammlung an tropischen Orchideen, fleischfressende Pflanzen und der seltene Toromiro-Baum, der eigentlich nur auf der Osterinsel im Südostpazifik natürlich vorkommt. Der botanische Garten soll seit seiner Einweihung 1923 nicht nur die Flora der weiten Welt vor die Haustüren der Göteborger holen, sondern ihnen auch ein Ort der Erholung sein. Er wird auch ständig erweitert: Seit ein paar Jahren ergänzen beispielsweise moderne Skulpturen aus Holz die natürliche Schönheit des Gartens.

Der Stadtgarten: Trädgårdsföreningen in Göteborg

Es ist ein besonderes Gefühl, einen Park durch ein hohes schmiedeeisernes Tor zu betreten, als würde man in eine andere Welt einsteigen. Die Absperrung macht den Übergang vom Stadtgewusel in eine ruhige Oase stilvoll sichtbar. Der Garten heißt übersetzt „Gartenverein“, denn er wurde 1842 von gut betuchten Götebürgern gegründet, und nur die Mitglieder hatten damals Zutritt zur Grünfläche und dem charmanten Palmenhaus. Im Rosarium, einem der größten Rosengärten Europas, blühen jeden Sommer 2500 Rosen in 1200 Sorten. Heute gehört der Park der Stadt und der Eintritt ist frei, aber der Gartenbaustil und die Architektur des 19. Jahrhunderts sind erhalten geblieben. Dass der Park dennoch mit der Zeit geht, beweist das Lokal Trädgår’n, das sich zwar volkstümlich „Gart’n“ nennt, aber eigentlich ein moderner Club für Partynächte, Konzerte und Afterworks im Grünen ist.

Der Schlossgarten: Tjolöholms Slott in Fjärås

Was ist noch besser als ein Gartenrundgang? Ein Gartenrundgang mit Schlossführung! Das atemberaubende Schloss Tjolöholm aus rosa Granit liegt auf einer Halbinsel am Kungsbackafjord und bezaubert mit seinem kunstvoll angelegten Garten mit verschieden gestalteten Bereichen. Ein kurzgeschnittener Rasen mit in Form getrimmten Bäumen verträgt sich mit wilderen Partien mit Terrassen, Treppen aus Naturstein und knorrigen Bäumen. Dieses Gesamtkunstwerk wurde um 1900 für ein englischstämmiges Unternehmerpaar errichtet und ist vom Zeitgeist der Arts & Crafts-Bewegung geprägt: ein englisches Anwesen mitten in Schweden! Eine Führung gibt Einblicke in das Schloss, das wunderschön eingerichtet und für einige Anekdoten gut ist. Zum Beispiel hatte es als eines der ersten in Schweden einen Staubsauger: eine Tonne schwer, wurde er von Pferden um das Schloss gezogen, während der 40 Meter lange Schlauch durchs Fenster geschoben wurde. Schlossgeschichte ist eben nicht immer glamourös, aber gerade diese Vielfalt macht Tjolöholm sehenswert. In den ehemaligen Häuschen der Bediensteten kannst du auch übernachten.

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Der Steingarten: Alaska in Strömstad

Auf der Insel Norra Långön, die übrigens Naturschutzgebiet ist, hat eine Frau namens Hilma Svedal um 1930 einen ganz besonderen Ort geschaffen: einen aus Stein gehauenen Park mit Terrassen, Brücken, einem Tempel, Türmchen, Pavillons, ja sogar Bänken und Tischen. Hilma Svedal hatte zuvor in Alaska gelebt und dort 15 Jahre lang Gold gewaschen. Zurück in Schweden, baute sich die reiche Frührentnerin ihr eigenes kleines Alaska, einen kuriosen Park namens Alaskagarten, in dem Inspiration von japanischen Steingärten mit der Erinnerung an Goldminen zusammenfließt und amerikanische Pflanzen wachsen. Hilma starb mit 95 Jahren und ist auf dem Friedhof der Kirche Skee bei Strömstad beigesetzt. Auf dem Grabstein steht ihr Lebensmotto: „Don’t worry!“

Der englische Landschaftsgarten: Baldersnäs Herrgård in Dals Långed

Der Herrenhof Baldersnäs auf der unter Naturschutz stehenden Halbinsel im See Laxsjön trägt den Spitznamen „Kronjuwel von Dalsland“: einerseits wegen seiner symmetrischen Architektur und andererseits wegen dem großzügigen englischen Park. Rund 250 fremde Baumarten, 15 Kilometer Spazierwege und Brücken, Hügel, Höhlen und Pavillons machen den Garten zu einem grünen Kleinod an der Westküste. Der Park ist täglich geöffnet und der Herrenhof hat Gästezimmer, die absolute Ruhe versprechen. Wenn du der Natur besonders nahe kommen möchtest, kannst du in einem Glashäuschen am See übernachten. Die Fallstudie „72 Hour Cabin“ hat mit genau diesen Hütten belegt, dass drei Tage in der Natur Stress abbauen.

Der moderne Park am Fluss: Strandparken in Kungälv

Erst 2015 hat die Stadt Kungälv ihren neuen Strandpark am Fluss Nordre älv mit 650 m² Beeten voller Flammenblumen, Narzissen und Blausternen bekommen. Seinen Ursprung hat der Park in einer Reihe ehemaliger Privatgärten, und wenn du genau hinsiehst, findest du noch die Pfade aus Steinplatten von den ehemaligen Besitzern. Außerdem erinnern Obstbäume und Kräuter daran, dass es früher Küchengärten waren. In dieser Mischung aus zusammengewürfelten Arrangements und kunstvoll neugepflanzten Beeten, aufgehübscht mit Skulpturen und Springbrunnen, gibt es in dem einen Kilometer langen Park viel zu entdecken. In Kungälv kannst du außerdem die Bohusfestung und das Naturschutzgebiet Fontin besuchen.

Der exotische Garten: Hellekis Säteri in Hällekis

Der Herrenhof Hellekis Säteri ist von einem Park umgeben, der schon vor 275 Jahren den schwedischen Pflanzenkönig Carl von Linné verzauberte. Statt den üblichen heimischen Arten wachsen hier nämlich fast nur Exoten wie Esskastanien, Nussbäume, eine sogenannte Gurken-Magnolie und ein über 100 Jahre alter Ginkgo-Baum. Im Sommer duftet außerdem der gut bestückte Rosengarten. Das Anwesen liegt am Fuß des unter Naturschutz stehenden Tafelbergs Kinnekulle, der zeitweise selbst aufblüht: Auf dem kalkhaltigen Untergrund wächst ein Meer von Bärlauch, und der grüne Teppich trägt im Frühsommer zahllose weiße Blüten (und ja, es riecht nach Knoblauch). Außerdem fühlen sich auf dem Felsen wilde Orchideen wohl. Verbinde den Besuch von Hellekis Säteri mit einer Wanderung zum höchsten Punkt auf 306 Metern und genieße die fantastische Aussicht auf den See Vänern.

Der Bio-Nutzgarten: Kosters Trädgårdar auf der Insel Südkoster

Die Kosterinseln vor der schwedischen Westküste sind ein Highlight für Naturliebhaber. Sie liegen nämlich im Nationalpark Kosterhavet, dem ersten Meeresnationalpark des Landes. Während das anschauliche Naturmuseum Naturum die Flora und Fauna der Inseln erklärt, erlebst du im Biogarten Kosters Trädgårdar, welche Vielfalt an Pflanzen auch von Menschenhand geschaffen werden kann. Hier wird Gemüse angebaut, und statt Chemie sorgt ein 9-Jahresplan, nach dem die Sorten auf bestimmte Weise rotieren, für einen gesunden, nahrhaften Boden. Vor Ort kannst du Gerichte mit Zutaten aus eigenem Anbau essen, Süßes und Sauerteigbrot aus der eigenen Bäckerei verkosten und natürlich Gemüse und andere Produkte einkaufen.

Die Gärtnerei auf dem Land: Nyhagens Trädgard in Berghem

Die kleine Gärtnerei Nyhagen zwischen Varberg und Borås hat mit ihren Stauden- und Zwiebelgewächsen, Obstbäumen, Beerensträuchern und Hochbeeten einen ländlichen Charakter. Besitzerin Sara Brenne lebt hier auch ihre Liebe zu Magnolien aus. Außerdem dekoriert sie ihr grünes Reich mit selbstgemachten Kunstwerken aus Keramik und veranstaltet Kurse im Töpfern und Gärtnern. Nyhagens Trädgård ist ein perfektes Ausflugsziel für jeden, der Inspiration für den eigenen Garten sucht, denn im Gegensatz zu den großen Stadtparks und Schlossgärten kommt dieser Garten dem nahe, was man zu Hause selbst umsetzen kann.

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