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Steinstadt in Sundsvall.
Foto: Olle Melkerhed

Reiseziel

Die sehenswerte Steinstadt von Sundsvall

Das Zentrum von Sundsvall namens „Steinstadt“ ist ein harmonisch gebautes und gut erhaltenes Viertel aus dem späten 19. Jahrhundert. Es markiert eine architektonische Wende in ganz Schweden: In den Städten wurden organisch gewachsene Siedlungen aus Holzhäusern durch geplante Straßenzüge mit mehrstöckigen Wohnhäusern aus Stein und Ziegeln ersetzt.

Sundsvall an der schwedischen Nordostküste hat eine illustre Vergangenheit als eine der bedeutendsten Industriestädte Schwedens. Der beeindruckende Stadtkern namens „Stenstan“ zählt zu den am besten erhaltenen Stadtbildern des späten 19. Jahrhunderts. Das historische Zentrum besteht aus 51 einheitlich gebauten Häuserblöcken. Die dekorativen Gebäude aus Back- und Naturstein erinnern an eine Zeit, in der in Sundsvall Holzmagnaten und Bankiers den Ton angaben.  

Das fünfte Sundsvall: Geschichte der Steinstadt 

Im Jahr 1888 erlagen die meisten Gebäude von Sundsvall einem verheerenden Brand. Damals wurde noch überwiegend mit Holz gebaut und die einfach gezimmerten Häuser fingen schnell Feuer. Dies war aber nicht das erste, sondern schon das vierte Mal, dass Sundsvall niederbrannte und wieder aufgebaut werden musste. Um ähnliche Katastrophen fortan zu verhindern, errichtete man das Sundsvall 5.0 aus Ziegeln und Naturstein.  

Es muss eine Ironie des schwedischen Schicksals gewesen sein, dass Sundsvall und Umeå in Nordschweden genau am selben Tag abbrannten: am 25. Juni 1888. Weil aber Umeå damals ein unscheinbares Städtchen ohne bemerkenswerte Industrie war, konnte es sich keine Steinstadt leisten. In Sundsvall hingegen stand den Stadtplanern und Architekten dank üppigen Versicherungsfonds und den gut gefüllten Konten der Industriellen ein beachtliches Budget zur Verfügung. 

Schwedens Top-Architekten – darunter Knut Gyllencreutz, Gustaf Hermansson, Sven Malm und Hjalmar Kumlien – wurden hinzugezogen, um ein Ensemble aus palastartigen Wohnhäusern, stattlichen Hotels und repräsentativen Bankgebäuden zu schaffen. Sundsvall behielt allerdings im Grunde sein altes Straßenmuster aus dem 17. Jahrhundert bei, das der renommierte Schlossarchitekt und Stadtplaner Nikodemus Tessin entworfen hatte.

So wurden in nur sechs Jahren rund 600 Gebäude fertiggestellt, die von Städten wie Wien und Berlin inspiriert sind. Man plante keinen einzelnen Häuser oder Gassen mehr, sondern ganze Viertel mit breiten Alleen, öffentlichen Plätzen und grünen Oasen. Luft, Licht und Brandschutz waren die Leitmotive der Stadtplaner des 19. Jahrhunderts. 

Bei einem Streifzug durch Sundsvalls Innenstadt stößt du auf ein Sammelsurium der Architekturstile, die zu dieser Zeit Mode waren, besonders Neorenaissance und Nationalromantik. Trotz seiner Lage im dünn besiedelten Norden hat Sundsvall mit seiner Steinstadt schwedische Architekturgeschichte geschrieben. Nur Stockholm kann mit der Raffinesse des Stadtbildes aus dem späten 19. Jahrhundert mithalten. 

Die schönsten Ecken der Steinstadt

Mit ihren 600 harmonischen Gebäuden wartet die Innenstadt von Sundsvall mit einigen Hinguckern der schwedischen Architektur auf. Hier ein Wegweiser zu den besonders sehenswerten Fassaden und Plätzen. 

Der Springbrunnen im Park Vängåvan wurde 1886, also noch vor dem Brand, errichtet und später restauriert. Er zeigt eine Vielzahl von Tieren, darunter Bären, Delfine und Löwen. Die exotische Fauna ist eine Anspielung auf die Symbolik der Renaissance. Im 19. Jahrhundert war Kunst im öffentlichen Raum noch relativ selten. Dieser Springbrunnen wurde von einem reichen Holzhändler gesponsort.

Aufwendige architektonische Details schmücken die Gebäude, von denen die meisten nach den Unternehmern benannt sind, die sie in Auftrag gegeben haben. Das Hirsch‘sche Haus (Hirschska Huset) ist einer der spektakulärsten Bauten in Sundsvalls Steinstadt. Es wurde im Stil der Neorenaissance von den angesehenen Architekten Johan Laurentz und Hjalmar Kumlien entworfen und erstreckt sich über die gesamte Westseite des Hauptplatzes Stora Torget. Halte bei deinem Spaziergang Ausschau nach dem goldenen Drachen: Er ist an der Spitze des Glockenturmes angebracht und soll die Bewohner vor Feuer schützen. Mittlerweile ist der Drache ein Symbol für ganz Sundsvall. 

Weitere sehenswerte Gebäude sind das Hedbergska Huset, das einem französischen Stadtpalast ähnelt, und das Duo aus Holmströmska und Granska Huset: ein vierstöckiges Doppelhaus, in dem Wohnungen, Geschäfte und eine Apotheke untergebracht waren. Beachte die einteiligen Fenster im Erdgeschoss: Erst im späten 19. Jahrhundert waren Glasscheiben dieser Größe verfügbar, und einige sind Originale aus dieser Zeit. 

Die Kirche Gustaf Adolfs Kyrka sticht mit ihrem 81 Meter hohen Turm aus dem restlichen Häusermeer der Steinstadt hervor. Sie wurde vom Top-Architekten Gustaf Hermansson im neugotischen Stil entworfen und 1894 eingeweiht. 

Statte außerdem dem Hotel Knaust mit seiner imposanten Marmortreppe und dem prächtigen Spiegelsaal einen Besuch ab. Du kannst entweder übernachten oder auch nur eine Kleinigkeit essen, um das Wahrzeichen von Sundsvall von innen zu sehen.

Interaktive Erlebnisräume

Das Besucherzentrum Stenstan Visitor Center hat sogenannte „Erlebnisräume“ (Upplevelserum), die dich mithilfe von Tablets und Bildschirmen durch die Architektur und Geschichte der Stadt führen. Hier kannst du Häuser erkunden, architektonische Details sehen und mehr über historische Ereignisse und wichtige Persönlichkeiten von Sundsvall erfahren.