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Freunde in der Altstadt, Old Town, Stockholm
Foto: Simon Paulin/imagebank.sweden.se

Fakten

Talar du svenska? – Schwedisch ist gar nicht so schwer!

Ach, du sprichst schon Schwedisch? ​Vad kul! Oder bist du mit dem schwedischen Wortschatz und der Grammatik doch noch nicht so vertraut? Keine Angst, Schwedisch lernen ist gar nicht so schwer! Wir geben dir hier ein paar Tipps für den einfachen Einstieg und erklären zum Beispiel, was es eigentlich mit den schwedischen Artikeln en und ett auf sich hat.

Natürlich kannst du Schweden auch bereisen, wenn du kein Schwedisch sprichst. Die meisten Schwed*innen sprechen sehr gut Englisch, und einige auch Deutsch. Aber um Land und Leute wirklich kennen zu lernen, lohnt es sich doch, die Sprache zu lernen. Du kannst Orte abseits der üblichen Touristenrouten erkunden, lernst gleichzeitig etwas über schwedische Kultur und Gewohnheiten und kommst leichter mit Leuten ins Gespräch. Außerdem macht Schwedisch lernen Spaß! 

Warum Schwedisch lernen für Deutsche besonders einfach ist – und was es kompliziert macht 

Schwedisch wird von etwas mehr als 10 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, hauptsächlich in Schweden und Finnland. Vielleicht wusstest du schon, dass Schwedisch zu den germanischen Sprachen gehört und eng verwandt mit den anderen skandinavischen Sprachen ist? Auch Deutsch und Schwedisch sind verwandte Sprachen, da sie zum gleichen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie gehören. Außerdem gab es im Laufe der letzten Jahrhunderte einen regen Austausch zwischen der deutschen und der schwedischen Sprache - unter anderem durch Handel, Kultur und Wissenschaft. Dadurch gibt es im Schwedischen viele deutsche Lehnwörter, die dir das Erlernen des Wortschatzes einfacher machen. Du kannst wahrscheinlich erraten, was socker, hantverk, stad und fönster bedeuten, oder? 

Aber aufgepasst, es gibt auch immer wieder falsche Freunde, also Wörter, die sich im Deutschen und Schwedischen ähneln, aber doch verschiedene Bedeutungen haben. Der Klassiker ist das schwedische öl, das du in der Bar bestellen kannst, aber vielleicht lieber nicht in dein Salatdressing mischst. Oder wenn deine schwedische Freundin zu dir sagt Vi ses om en stund und du dich eine Stunde später wunderst, wo sie denn ist, da stund im Schwedischen nicht eine Stunde bezeichnet, sondern eine undefinierte Zeitspanne, die manchmal kürzer und manchmal länger ist als eine Stunde (auf Schwedisch en timme). 

Genug der Verwirrung! Wie schön, dass die schwedische Grammatik oft gar nicht so kompliziert ist. Eine große Erleichterung für viele Schwedischlerner*innen ist die Tatsache, dass schwedische Verben nur eine Form für alle Personalpronomen haben: Jag är glad, du är söt, han är rolig, vi är lyckliga (ich bin froh, du bist süß, er ist lustig, wir sind glücklich) usw. Auch beim Satzbau macht sich die Verwandtschaft der beiden Sprachen oft bemerkbar. Wie im Deutschen kommt das Verb in einem Satz immer an zweiter Stelle, zum Beispiel heißt es Jag pratar svenska (Ich spreche Schwedisch), und nicht etwa Jag svenska pratar. Und auch wenn eine Zeitangabe dabei steht, kommt das Verb an zweiter Stelle: Nu pratar jag svenska (Jetzt spreche ich Schwedisch). 

Warum heißt es en sjuksköterska und nicht ett sjuksköterska? 

Es gibt jedoch auch ein paar grammatische Eigenheiten, die für deutsche Muttersprachler*innen erstmal eine Herausforderung sein können. Dazu gehören beispielsweise die Artikel. Es gibt zum Glück nur zwei, nämlich en und ett, jedoch ist es nicht ganz einfach, zu wissen ob ein Wort ein en-Wort oder ein ett-Wort ist. 

Ein Blick in die Geschichte kann helfen. Vor über 700 Jahren hatte Schwedisch ein ähnliches System wie Deutsch, mit drei grammatischen Geschlechtern: Maskulinum, Femininum und Neutrum. Nach und nach schmolzen Maskulinum und Femininum zur Gruppe der en-Wörter (Utrum) zusammen, zu der heute mehr als 75% der Nomen gehören. Im Zweifel versuche es also mit en, wenn du den Artikel nicht kennst! Es gibt außerdem ein paar Faustregeln um den Artikel eines Wortes zu bestimmen. Menschen und Tiere sind meistens en-Wörter: en kvinna, en man, en giraff (eine Frau, ein Mann, eine Giraffe). Ett barn , ett djur und ett lejon (ein Kind, ein Tier und ein Löwe) sind drei von wenigen Ausnahmen zu dieser Regel. Auch bei Wörtern, die auf -"ing", -"tion" und -"are" enden, kannst du dir sicher sein, dass sie den Artikel en haben, zum Beispiel en tidning, en nation, en hammare (eine Zeitung, eine Nation, ein Hammer). 

Nun wäre da auch noch die etwas gewöhnungsbedürftige Besonderheit der schwedischen Nomen, dass du in der bestimmten Form und in der Mehrzahl die Artikel an das Ende der Wörter anhängst, zum Beispiel en kvinna - kvinnan - kvinnorna (eine Frau - die Frau - die Frauen). Aber auch das hast du bald raus, und solltest du dich mal vertun, ist es auch nicht so schlimm, verstanden wirst du trotzdem! 

Was aber doch am Anfang zu Verständnisschwierigkeiten (oder zumindest ein wenig Schmunzeln bei deinem Gegenüber) führen kann, sind Aussprache und Melodie. Wie sich schon andere daran die Zähne ausgebissen haben, kannst du in diesem Video sehen. Schwedisch ist bekannt für seinen typischen Singsang, für seine Vokale (zum Beispiel klingt das schwedische O meist wie ein deutsches U , und das Y und Å sind nochmal ganz eigene Laute) und für Wörter mit dem sj-Laut wie sjö (See) oder sjuksköterska (Krankenschwester), bei denen man sich schon mal die Zunge verknoten kann. Aber je mehr du sprichst (auch wenn nicht immer alles hundert Prozent richtig ist), desto schneller gewöhnt sich dein Mund und dein Ohr an die neue Sprache! 

Vier Tipps zum Schwedisch lernen 

Und was ist die beste Methode zum Schwedisch lernen? Die gibt es vermutlich nicht, meist ist eine Mischung aus verschiedenen Methoden und Ressourcen der beste Weg. Davon wollen wir hier ein paar vorstellen. 

  1. Um wirklich Sprechen zu lernen, ist der Austausch mit anderen Menschen, die Schwedisch sprechen natürlich das Beste. Versuche, im Schwedenurlaub so viel Schwedisch wie möglich zu sprechen, mit den Nachbarn, im Supermarkt oder im Café. Du kannst auch Sprachkurse in Schweden besuchen, zum Beispiel bietet das Schwedische Institut Sommerkurse an. Viele Volkshochschulen und Universitäten in Deutschland haben Schwedisch auf dem Programm, oder du kannst dir eine*n Tandemparter*in suchen, um gemeinsam eure Sprachkenntnisse aufzubauen. In vielen größeren Städten gibt es schwedische Gemeinden oder Facebookgruppen, wo du fündig werden kannst. 
  2. Eine andere Möglichkeit sind Sprachlern-Apps, wie zum Beispiel Babbel. Sie haben den Vorteil, dass du in deinem eigenen Takt lernen kannst, und dich auf Themen konzentrieren kannst, die dir besonders wichtig sind, oder die dir besonders schwer fallen. Mithilfe von Audiodateien kannst du dein Hörverständnis trainieren und mit der Spracherkennungsfunktion deine Aussprache verbessern. 
  3. Um die Melodie und den Klang der schwedischen Sprache noch mehr zu verinnerlichen, kannst du schwedisches Radio oder Musik hören. Am Anfang kann das hohe Tempo der Moderatoren möglicherweise abschrecken, aber es gibt auch Sendungen auf leichtem Schwedisch, zum Beispiel Nachrichten. Indem du schwedische Musik hörst, kannst du die Sprache ganz einfach in deinen Alltag integrieren. Gleichzeitig lernst du etwas über schwedische Kultur und kannst im Smalltalk mit deinem Wissen über schwedische Künstler*innen glänzen. Hör dir zum Beispiel mal Laleh, Veronica Maggio, Håkan Hellström, Ted Gärdestad, Monica Zetterlund, Ulf Lundell oder Timbuktu an! 
  4. Ein weiterer Tipp, um deinen schwedischen Wortschatz aufzubauen, ist Bücher lesen! Romane von Selma Lagerlöf oder August Strindberg sind für den Anfang vielleicht etwas zu viel gewollt, aber Kinder- oder Jugendbücher sind auch für erwachsene Leser gut geeignet! Neben Astrid Lindgren und den Petterson-Büchern sind ein paar persönliche Favoriten unter den Jugendbüchern Sara Kadefors “Sandor slash Ida”, Mats Wahls “Vinterviken”, Henning Mankells “Eldens hemlighet” und Annika Thors “En ö i havet”. Bonustipp: Auch Comics sind super zum Sprachen lernen! Die Bilder erleichtern das Verständnis, und oft werden aktuelle Themen der schwedischen Gesellschaft auf humoristische Art aufgegriffen. Zum Beispiel bei Liv Strömqvist, Rocky oder Lilla Berlin

Viel Spaß beim Schwedisch lernen! Vi ses!


Dieser Artikel wurde uns von Babbel zur Verfügung gestellt.