Visit Sweden

Schwedens offizielle Website für Tourismus und Reiseinformationen

Der Fluss Fyrisån in Uppsala
Foto: Oscar Ekholm

Reiseziel

Uppsala: Kultstätte der Wikinger und des Wissens

In der schwedischen Universitätsstadt Uppsala sucht man Elfenbeintürme vergeblich: Die grüne Stadt am Fluss Fyris gibt sich trotz ihrer akademischen Errungenschaften ganz entspannt. Entdecke historische Sehenswürdigkeiten und die junge Szene mit vielen Cafés und Restaurants.
Share

Gut zu wissen:

  • Der Legende nach strömten während der Wikingerzeit alle neun Jahre Menschen aus ganz Skandinavien zum Tempel in Gamla Uppsala, um den nordischen Göttern ihre Opfer darzubringen. Im Zuge der Christianisierung soll der Tempel 1087 niedergebrannt worden sein.

  • Das heutige Uppsala hieß ursprünglich Östra Aros und wurde um 1280 umbenannt. Der Grund dafür ist, dass das alte Uppsala (heute Gamla Uppsala) zuerst Bischofssitz war, aber im Mittelalter an Bedeutung verlor. Als der Bischof daraufhin in die wachsende Hafenstadt Östra Aros umzog, nahm er den Namen seiner Gemeinde einfach mit. 

  • Die Universität Uppsala wurde 1477 gegründet und ist damit die älteste in den nordischen Ländern. Sie gehört zu den hundert besten Bildungseinrichtungen der Welt und hat schon 15 Nobelpreisträger hervorgebracht. Die 40.000 Studenten sind auf rund 50 Institutionen verteilt.

Share

Die 230.000-Einwohner-Stadt Uppsala nördlich von Stockholm ist so etwas wie das Heidelberg oder Cambridge von Schweden: eine geachtete Universitätsstadt mit langer Geschichte. Studenten aus ganz Schweden - und dem Rest der Welt - machen fast ein Fünftel der Bevölkerung aus und verleihen ihr ein jugendliches, internationales Flair. 

Auch viele Leute, die in Stockholm arbeiten, wählen das deutlich überschaubarere Uppsala als Wohnort, das in Sachen Kultur, Nachtleben, Kulinarik und Natur viel zu bieten hat. Jahrhundertealte Sehenswürdigkeiten prägen das Stadtbild, das Zentrum lässt sich erlaufen und es gibt zahlreiche Parks und schöne Plätze am Fluss.

Klassische Sehenswürdigkeiten in Uppsala

Im Zentrum von Uppsala stehen die historischen Sehenswürdigkeiten dicht an dicht. Das markanteste Bauwerk ist der Dom zu Uppsala, mit fast 119 Metern die höchste Kirche in Skandinavien. König Gustav Vasa reformierte Schweden im 16. Jahrhundert und machte damit den mittelalterlichen Dom zu einem evangelisch-lutherischen Gotteshaus. Er setzte seinem Lebenswerk ein Denkmal, indem er sich und seine drei Gemahlinnen in der Kapelle bestatten ließ, die vorher der Jungfrau Maria geweiht war.

Gleich daneben steht das Gustavianum, das älteste erhaltene Gebäude der Universität Uppsala. Es wurde 1625 eröffnet und diente später über hundert Jahre lang als Hauptgebäude. Heute liegt darin ein Museum, das Einblicke in die Geschichte der Forschung gibt. In der Kuppel ist ein sogenanntes anatomisches Theater eingerichtet, in dem Medizinstudenten einst ihrem Professor dabei zusahen, wie er Tieren und manchmal sogar Hingerichtete sezierte.

Das Gustavianum beherbergt auch einen bedeutenden Teil des Erbes der Universität Uppsala in Form von Kunstwerken und archäologischen Funden. Zu den Höhepunkten der Sammlung zählt der 400 Jahre alte Augsburger Kunstschrank mit Fächern, die 1.000 kleine Schätze beinhalten. Das Gustavianum ist allerdings bis 2022 wegen Renovierung geschlossen.

Einen kurzen Spazierweg vom Dom und vom Gustavianum entfernt steht das Upplandsmuseet am Fluss, das die Geschichte der Region Uppland und der Stadt Uppsala erzählt. Es ist in einer ehemaligen Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, die der Universität Uppsala gehörte und Wasser zum erhöht gelegenen Schloss pumpte.

Uppsala Schloss & Umgebung

Im Schloss Uppsala sind drei Attraktionen untergebracht: das Uppsala Kunstmuseum, das Haus des Friedens und das Museum Vasaborgen in den Ruinen des ursprünglichen Schlosses aus dem 16. Jahrhundert, das nach einem verheerenden Feuer im Jahr 1702 neu aufgebaut wurde. Bei einem geführten Spaziergang auf dem Schlossdach kannst du Uppsala von oben betrachten. 

Unterhalb des Schlosses liegt ein weitläufiger, symmetrisch angelegter Park, an den sich der botanische Garten, das Evolutionsmuseum sowie das Haus und Atelier des Malers Bror Hjorth (1894-1968) anschließen. 

Die Universitätsbibliothek namens Carolina Rediviva zeigt die Silberbibel (Codex Argenteus), geschrieben um das Jahr 505. Sie ist eine der ältesten Handschriften der Welt und die umfangreichste Quelle in gotischer Sprache. 

Gamla Uppsala: Abstecher in die Eisen- und Wikingerzeit 

Etwas außerhalb liegt Alt-Uppsala, ein mystisches Gelände mit drei Grabhügeln aus der Eisenzeit, die zwischen sieben und elf Metern hoch sind. Das Museum von Gamla Uppsala berichtet von den Bewohnern dieser prähistorischen Siedlung, die eines der wichtigsten Zeitzeugnisse Skandinaviens ist. Klettere auf die jahrtausendealten „Königshügel“ und sieh dir die archäologischen Funde an, die eine faszinierende Vergangenheit veranschaulichen. Dank der neuen Virtual-Reality-Tour kannst du auf deiner Zeitreise auch in das 7. Jahrhundert und das Leben der Wikinger eintauchen. 


Mehr anzeigen

Tipps für den Sommer: Die Gärten des Botanikers Carl von Linné 

Eine Reise nach Uppsala ist erst dann komplett, wenn du auf den Spuren des Botanikers Carl von Linné gewandelt bist. Der Vater der modernen Botanik lebte und forschte hier im 18. Jahrhundert und hat in und um Uppsala und weit darüber hinaus zahlreiche Spuren hinterlassen. Ein idyllischer Garten, historische Gebäude und Wanderwege geben dir einen Einblick in sein Leben und Werk. 

Die folgenden Sehenswürdigkeiten sind von Mai bis September geöffnet.

In Uppsala liegt der Linnégarten (Linnéträdgården), Schwedens erster botanischer Garten. Hier unterrichtete der Professor Linné seine Studenten. Zu den Exoten zählt der Kirschapfelbaum aus Sibirien, der im Hof Wache steht. Natürlich wächst hier auch die Lieblingsblume des berühmten Gartenfreundes: das unscheinbare Moosglöckchen mit dem lateinischen Namen Linnaea Borealis.

Carl von Linné hatte keinen langen Arbeitsweg: Sein ehemaliges Wohnhaus liegt direkt neben den Beeten. Es heißt heute Linnémuseum und gibt einen Einblick in das Leben von Linné und seiner achtköpfigen Familie im Uppsala der Aufklärungszeit. Originalmöbel und persönliche Gegenstände sind erhalten geblieben, und passenderweise sind die Wände mit filigranen Blumen und Blättern bemalt.

Im Frühling blüht vor dem Haus der Sibirische Lerchensporn - dieselbe Sorte, die Linné selbst vor Jahrhunderten angepflanzt hatte. Die Pflanze mit gelben Blüten kannst du vielerorts in Uppsala entdecken. Dank bestäubenden Ameisen hat sich die Staude weit verbreitet, wie eine grüne Hommage an den Vater der modernen Botanik. 

Elf Kilometer südöstlich von Uppsala liegt Linnés Sommerhaus namens Hammarby. Sommer plus Botanik – du kannst dir vorstellen, wie es dort geblüht und gerankt haben muss. Ganze 40 Pflanzen haben seit dem 18. Jahrhundert überlebt und bilden die weltweit größte Sammlung an direkt von Carl von Linné gesammelten Pflanzen. Linnés Hammarby ist mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Dieses Blumenparadies mit gut erhaltenen Landhäusern aus dem 18. Jahrhundert ist ein lohnendes Ausflugsziel im Sommer.

Wo Innovationen gemacht werden

Uppsala gilt als wichtige Innovationsstadt, in der Wissenschaft und Wirtschaft zusammenarbeiten, um einen Nährboden für neue Ideen zu schaffen. Beispielsweise hatte der Pharmakonzern Pharmacia ein halbes Jahrhundert lang seinen Hauptsitz in Uppsala, bevor er von einem amerikanischen Unternehmen aufgekauft wurde. Und Maria Strømme - Schwedens jüngste Professorin in einem technischen Fach - entwickelte hier die Nanotechnologie-Innovation Upsalite. 

Uppsala hat 2018 die internationale One Planet City Challenge des WWF gewonnen, was vor allem auf die vielen branchenübergreifenden Nachhaltigkeitsmaßnahmen und das ausgeprägte Interesse an umweltfreundlichen Transportlösungen zurückzuführen ist. 

Mehr anzeigen

Essen & Trinken: Gute Küche in Uppsala und Umgebung

In Uppsala findest du unter Dutzenden Restaurants, Cafés und Bars bestimmt etwas für deinen Geschmack. Wir empfehlen das preisgekrönte Restaurant im zentral gelegenen Boutiquehotel Villa Anna. Die Speisekarte geht danach, welche Zutaten (gerne bio) in der Region verfügbar sind. Daraus zaubern die Köche unvergessliche schwedische Klassiker und nordische Gerichte mit einem französischen oder italienischen Touch. 

Auch das Szenebistro 60 Kvadrat, das Fischrestaurant Hambergs Fisk und die Mikrobrauerei Ångkvarn sind eine Überlegung wert. Ein Tipp für spontane, günstige Snacks sind außerdem die Falafel-Foodtrucks am Fuße des Doms – hier stärken sich die Locals im Sommer im Freien und setzen sich zum Essen in den kleinen Rosénparken. Eine Kaffeepause kannst du ganz stilvoll in der Hofkonditorei Güntherska oder mit Aussicht im Café Årummet einlegen.

Auf halber Strecke zwischen Uppsala und Stockholm liegt das Hotel Kristina nahe der historischen Stadt Sigtuna, die ebenfalls einen Ausflug wert ist. Ob leichter Lunch zum Mittag oder drei festliche Gänge am Abend - das Essen ist immer bio.

Mehr anzeigen