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Herbstwanderung am See Åsnen, Åsnen, Småland
Foto: Alexander Hall/imagebank.sweden.se

Reiseziel

Vier Nationalparks in Småland

Die Region Småland ist mit ihrer wald- und seenreichen Natur und den roten Holzhäusern ein Inbegriff der schwedischen Urlaubsidylle. In den vier Nationalparks mit ganz unterschiedlichem Charakter kannst du Energie tanken – im Grünen und am Wasser.

Willkommen in Småland, der drittgrößten Region von Schweden. Hier ist Platz für Naturerlebnisse, die in Erinnerung bleiben. Lass dich von den vier Nationalparks leiten, um die facettenreiche Landschaft von Südschweden kennenzulernen. Ein Tipp: Die App „Naturkartan“ kennt nicht nur schöne Paddelstrecken, Wander- und Radwege, sondern auch die Eingänge zu den Nationalparks, Schutzhütten, Feuerstellen und vieles mehr.

Nationalpark Store Mosse: auf dem Holzweg durch das Moorgebiet

Das „große Moor“ ist Schwedens größtes Moorgebiet südlich von Lappland und mit 80 km² auch der größte Nationalpark von Småland. Schon seit 1982 steht diese besondere Landschaft rund um den See Kävsjön unter Naturschutz. Hab keine Angst vor dem glitschigen Untergrund: Mehrere präparierte Wanderwege mit Längen zwischen einem und 14 Kilometern führen über Holzbohlen sicher und bequem durch das Naturschutzgebiet. 

Store Mosse weist eine Vielfalt an Pflanzen und Vögeln auf, die sonst nur in Nordschweden heimisch sind, wie zum Beispiel die Zwergschnepfe und den Regenbrachvogel. Auch Kraniche, Elche und Adler sind hier zu Hause. Im Süden des Nationalparks liegt der Teich Björnekullakärret, der im Frühling von blühenden Wildorchideen umringt ist. Es gibt außerdem ein Vogelschutzgebiet und einen Aussichtsturm. 

Ein guter Start für deine Erkundungstour ist das Besucherzentrum Naturum, untergebracht in einem modernen Holzbau des Architekturbüros White Arkitekter. Es schwebt wie eine mächtige Brücke über den Büscheln eines sogenannten Schwingrasens, wo der Wald aufhört und das weitläufige Feuchtgebiet anfängt. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der mysteriösen Moorlandschaft, die eine Menge Volksmärchen angeregt hat.

Nationalpark Åsnen: ein Schärengarten im See

Der See Åsnen ist mit einer Fläche von 160 km² das zweitgrößte Gewässer von Småland und wird dank seinem Archipel auch „See der tausend Inseln“ genannt. Etwa ein Zehntel des Gebiets sind seit 2018 Nationalpark, der zweitgrößte von Småland. Die Landschaft aus Wasser und Inseln hat Wanderern und Kanuten viel zu bieten, und auch Hobbyornithologen kommen hierher, um Fischadler und Prachttaucher zu beobachten.

Am westlichen Seeufer des Åsnen findest du den Trollberg, der alle Landschaftstypen des Åsnen auf kleiner Fläche vereint – sozusagen ein Miniaturformat des gesamten Nationalparks. Am Eingang, der dank seinem spektakulären Holztor eine Sehenswürdigkeit an sich ist, starten Wanderwege durch die urige Natur. Auf dem Waldweg „Skogsslingan“ lernst du fünf verschiedene Waldtypen kennen. Besuche auch den Stein, wo angeblich Trolle Weihnachten feiern. Am Seeufer lädt eine hölzerne Aussichtsplattform dazu ein, nach der Wanderung in Ruhe zu picknicken und den Blick auf die Landschaft in sich aufzusaugen. 

Hier siehst du einen kleinen Film über das Kajakfahren im Nationalpark Åsnen:


Nationalpark Norra Kvill: ein Zauberwald zum Wandern in Småland

Auf nur einem Quadratkilometer verspricht der Nationalpark Norra Kvill eine Wanderung, die man in Småland erlebt haben sollte. Der herrlich verwunschene Wald wurde seit 150 Jahren nicht gerodet und steht seit fast einem Jahrhundert unter Naturschutz. In dieser langen Zeit konnte sich ein dichter Moosteppich bilden, der Felsblöcke und umgestürzte Bäume überzieht. Knorrige Kiefern und friedliche Waldseen tun ihr Übriges zu der poetischen Landschaft. Findest du den Schildkrötenstein und die tausendjährige Eiche „Rumskullaeken“?

Dank seiner überschaubaren Größe eignet sich der Nationalpark Norra Kvill für einen Tagesausflug. Die zwei Wanderwege Stora und Lilla Idgölenrundan führen über 2,5 bzw. 4 Kilometer durch die urige Landschaft (ja, die große Runde - „stora“ - ist hier mal kürzer als die kleine). Du gehst über Holzstege und kannst dich so ganz auf den Anblick der Natur konzentrieren: Halte nach Waldorchideen und Haubenmeisen Ausschau, anstatt Stolpersteinen auszuweichen. Zum 45 Meter hohen Aussichtspunkt Idhöjden ist es ein steiler Weg, aber Seile zum Festhalten erleichtern den Aufstieg.

Nationalpark Blå Jungfrun: eine geheimnisvolle Insel in der Ostsee

Die Insel „Blaue Jungfrau“ mit einem 86 Meter hohen Berg bildet Smålands kleinsten Nationalpark. Sie ist sozusagen der Brocken von Schweden: der Ort, an dem man früher Hexen vermutete. Für den schwedischen Blumenkönig Carl von Linné war die Insel einer der fürchterlichsten Orte auf der ganzen Welt. Erst in den vergangenen zwei Jahrhunderten siegte die Faszination für die Natur über den Aberglauben. Rundgeschliffene Granitfelsen, die atemberaubende Aussicht vom höchsten Punkt und ein dichter Laubwald mit über 200 Pflanzenarten erwarten die Besucher.

Das Naturerlebnis auf der Insel ist von Steinen und Felsformationen geprägt. Die Höhlen regen die Fantasie an – könnte es hier vielleicht doch spuken? Auch die Trojaburg, ein aus Steinen gelegtes Labyrinth, ist eine geheimnisvolle Sehenswürdigkeit auf der Insel. Sie ist mindestens 300 Jahre alt und könnte zu Tanzspielen oder Riten gedient haben. 

Obwohl die Insel abgeschieden im Meer liegt, gab es hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Steinbruch, in dem hellroter Granit abgebaut wurde, von dem ein Großteil nach Deutschland ging. Um die Insel vor einer kompletten Zerstörung zu retten, finanzierte der Industrielle Torsten Kreuger 1926 die Bildung des Nationalparks.

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