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Der Pilgerweg in Dalsland, Westschweden
Foto: Henrik Trygg/Westsweden.com

Aktivität

Zu Fuß durch Westschweden: Zehn Wanderwege von kurz bis lang

Ob zwei Stunden oder eine Woche, die Region Westschweden hat Wanderwege für jedes Zeitbudget. Lass dich von der magischen Inselwelt und unberührten Flecken im Inland verzaubern.

Die Region Westschweden mit Göteborg als Mittelpunkt zieht Urlauber mit ihrer langen Küste, den unzähligen Schäreninseln und dem grünen, seenreichen Inland an. Hier bist du richtig, wenn du bei einer Wanderung abschalten und unterwegs in charmanten Hofläden naschen möchtest. 

Praktische Tipps zum Wandern in Westschweden

Lade dir die App „Naturkartan“ herunter, eine große Hilfe in der schwedischen Natur. Sie kennt Wanderwege, Feuerstellen, Schutzhütten, Badestrände, Sehenswürdigkeiten und vieles mehr.

Das Unternehmen „Vandra utan packning” (Wandern ohne Gepäck) organisiert von April bis Mitte Oktober Wanderpakete mit Übernachtung, Vollpension und Gepäcktransport zwischen den Unterkünften.

Das Terrain ist meistens anspruchsvoll mit Felsen, Kletterpartien und schmalen Naturpfaden – packe also feste Schuhe ein. Außerdem geht an der Westküste auch im Sommer ein Lüftchen, weswegen du mit einer wind- und wasserfesten Jacke im Gepäck gut beraten bist.

Perfekt für einen Tagesausflug: Wanderwege in Westschweden bis 10 Kilometer

Bohuslän im Miniformat: die Insel Dyrön (4,5 km)

Die Insel Stora Dyrön ist eine kleine Perle der Westküste. Du erreichst sie nur per Fähre, eine Brücke zum Festland oder zu Nachbarinseln gibt es nicht. Im Hafen begrüßt dich ein Schärenort wie aus dem Bilderbuch, der Rest der Insel besteht aus dramatischer Natur mit Heidekraut und Birken. Holzstege, Treppen und Infotafeln auf Deutsch erleichtern die Wanderung, die einmal rund um die Insel führt. Der Blick reicht bis auf die Nachbarinseln Tjörn und Klädesholmen, nach Marstrand mit der Festung Carlsten und über die Wasserstraße zum Festland, auf der sich im Sommer Schiffe und Boote tummeln. Der Bau des Wanderweges war ein ideelles Projekt: Rentner haben in acht Jahren ganze 50 Tonnen Holzstege verlegt, um die Natur mit Wegen und Treppen leichter zugänglich zu machen. Tusen tack!

Ganz besondere Natur: das Hochmoor Vänga Mosse (5 km)

Im Naturschutzgebiet Vänga Mosse bei Borås bekommst du unter wenig Anstrengung viel geboten. Durch die spektakuläre Natur des Hochmoors führt nämlich ein gerader Weg über Holzbohlen, den du bei schönem Wetter auch spontan in Turnschuhen gehen kannst. Der Weg heißt Vängaleden und ist mit Holzschildern gekennzeichnet. In der hiesigen Natur fühlen sich viele Vogelarten wohl und du kannst Reiher, Kraniche und Stockenten beobachten. Besteige den Vogelturm, um besonders gut zu sehen und eine großartige Aussicht zu genießen. In der historischen Mühle Vänga Kvarn gibt’s Gebäck aus Mehl, das hier noch auf traditionelle Weise gemahlen wird.

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Abstecher in den Meeresnationalpark: die Insel Nordkoster (5,5 km)

Im Jahr 2009 wurde der Nationalpark Kosterhavet eingeweiht, in dem 98 % der geschützten Fläche unter Wasser liegen. Die restlichen zwei Prozent und die sehenswerten Inseln Nord- und Südkoster, die genau genommen nicht zum Nationalpark gehören, sind immer noch genug für uns Flossenlose. Über die Insel Nordkoster führen zwei Wanderwege mit je 5,5 km Länge, die einen guten Eindruck von der artenreichen Natur vermitteln. Auf der Landzunge Valnäs gibt es eine Moorlandschaft, wo die nur hier heimische Butterblume namens „Bohusranukel“ wächst. Auch die Klappersteinfelder in der Bucht Valnäsbukten sind sehenswert, erinnern sie doch an die letzte Eiszeit und daran, dass die Inseln im westschwedischen Archipel erst danach aus dem Meer gestiegen sind. Vom Leuchtturm hast du einen unschlagbaren Blick über den Nationalpark.

Urwald wie in Nordschweden: der Nationalpark Tresticklan (8 km)

Der Nationalpark Tresticklan an der Grenze zu Norwegen ist ein großes, von moderner Forstwirtschaft unberührtes Waldgebiet. Für Südschweden ist das ungewöhnlich, aber Tresticklan ist der drittgrößte Wald seiner Art nach Gebieten in Nordschweden. Die Landschaft hier ist geprägt von mehreren schmalen, tiefen Tälern, sogenannten Grabenbrüchen, die von Nord nach Süd verlaufen. Wegen dieser zerklüfteten Geografie folgst du beim Wandern am besten der Richtung dieser Täler. Durch den Nationalpark geht der Rundwanderweg Tresticklanleden, der dir verrät, wie verwunschen schwedische Wälder sein können. Vom Aussichtspunkt Orshöjden kannst du kilometerweit ins Grüne blicken.

Schärenfeeling in Schwedens größtem See: die Insel Brommö (8 km)

Im Schärengarten des Vänern-Sees, auf der Höhe von Mariestad am östlichen Ufer, liegt die autofreie Insel Brommö. Hier findest du eine Landschaft vor, die mit Dünen, Felswänden, Plateaus und dem Blick auf’s Wasser an die schwedische Westküste erinnert. Die vielen Buchten und Landzungen erlauben eine immer wieder neue Perspektive auf den Vänern, den größten See von Schweden. Die Insel ist ein kleines Paradies zum Wandern und Stromern durch die Natur, denn hier findest du lange Sandstrände, einen Teppich aus Heidelbeerkraut und Felsen, die zum Klettern reizen. Der orange markierte Wanderweg Brommöleden verläuft über Waldwege und breite Pfade und wird als mittelschwer eingestuft.

Eine Woche Wanderurlaub in Westschweden: die schönsten Fernwanderwege

Der blühende Tafelberg: Kinnekulleleden (45 km)

Nicht nur der Name des Berges Kinnekulle klingt wie eine Erfindung von Astrid Lindgren, sondern auch sein Aussehen ist märchenhaft: Das kalkhaltige Gestein ist von wilden Orchideen und Bärlauch bedeckt, und im Mai-Juni leuchten Millionen kleine weiße Blüten. Oben auf dem Tafelberg, auf 306 Metern über dem Meer, erhebt sich ein Turm mit Aussichtspunkt. Der 45 km lange Wanderweg ist in drei Etappen unterteilt, die sich als Tagestouren eignen. Am ersten Maiwochenende kannst du Naturerlebnis mit Kultur verbinden: Zur „Vårrundan“ (Frühlingsrunde) öffnen um die 80 Ateliers, Galerien, Geschäfte, Cafés und Museen in der Umgebung ihre Türen für Besucher.

Gutes Netz: der Soteleden (70 km)

In der westschwedischen Gemeinde Sotenäs liegt das Wanderwegenetz Soteleden. Die Strecken führen durch unberührte Natur, vorbei an rosa schimmernden Felsen, dichten Wäldern und idyllischen Fischerdörfern. Es handelt sich dabei nicht um einen zusammenhängenden Wanderweg, sondern vier voneinander getrennte Strecken: ein Rundweg durch das Naturschutzgebiet Ramsvikslandet mit Anschluss an den Weg quer über die Halbinsel bis in den Zoo „Nordens Ark“ sowie eine Runde um die Insel Bohus-Malmön und von dort aus ein Abschnitt nach Smögen. Das 70 Kilometer umfassende Wegenetz ist in sechs bis acht Etappen unterteilt, die sich als Tagestouren eignen, wie ein Blick auf die Karte von Sotenäset zeigt.

Kulturgeschichte rund um Göteborg: der Gotaleden (71 km)

Der Wanderweg Gotaleden von Göteborg nach Alingsås wurde erst im Sommer 2019 eingeweiht und startet buchstäblich im Zentrum der Hafenstadt. Die ersten Teilabschnitte führen aus der Stadt heraus an den See Aspen. Von dort folgst du dem Fluss Säveån und durchquerst eine Kulturlandschaft voll spannender Sehenswürdigkeiten. Am Fluss haben sich in den vergangenen Jahrhunderten Textilfabriken niedergelassen, und die Industriebauten aus rotem Backstein beherbergen heute coole Gaststätten, Geschäfte und Hotels. Der Wanderweg ist ein Tipp für alle, die in der Natur sein wollen, ohne Schlafsack, Zelt und Proviant für drei Tage auf dem Rücken zu tragen. Die neun Teilabschnitte starten bzw. enden nämlich jeweils in der Nähe von einem Bahnhof, sodass du leicht ein- und aussteigen kannst, außerdem gibt es regelmäßig Gaststätten und Supermärkte am Weg.

Weg zur Einsicht: der Pilgerweg Pilgrimsleden (100 km)

Bis zur Reformation im 16. Jahrhundert pilgerten Gläubige aus Schweden nach Norwegen zum Nidarosdom im heutigen Trondheim. Der Pilgerweg, der fast gerade durch die Region Dalsland verläuft, startet in Vänersborg und endet in Edsleskog. Der südliche Teil ist von Dörfern und mittelalterlichen Kirchen gesäumt, doch je nördlicher du kommst, desto wilder wird die Natur. Nach etwa zwei Dritteln stößt du in Upperud auf den Dalsland-Kanal, wo du Booten dabei zusehen kannst, wie sie sich durch die Schleusen kämpfen. Die Landschaft im „Land der Täler“ ist überwiegend flach, und die wenigen Hügel, die es zu bezwingen gilt, belohnen dich mit einer tollen Aussicht. Mach es wie die Pilger und ziehe von Herberge zu Herberge, oder gönne dir in einem der vielen Hotels ein bisschen Luxus.

Stück für Stück die Küste erobern: der Bohusleden (370 km)

Ambitionierte Wanderer mit mehr Zeit können sich den Bohusleden vornehmen, der den Ort Lindome bei Göteborg über Uddevalla mit Strömstad nahe der norwegischen Grenze verbindet und in 27 Etappen die gesamte Küstenregion Bohuslän durchzieht. Zu den spannendsten Etappen zählt Nummer 5 zwischen Jonsered und Angered, 11 km. Am Anfang erhaschst du noch einen Blick auf die ehemaligen Fabriken, doch bald findest du dich in einem dichten Wald mit See wieder, durch den ein interaktiver Weg mit Holzstegen und Hängebrücke führt. Oder Etappe 23 zwischen Nornäs und Vassbotten, 14 km, wo du am Fuße eines Wasserfalls vorbeiwanderst und fantastische Fotos machen kannst.