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Åre
Blick auf den See Åresjön, vom Berg Åreskutan aus.
Fotonachweis: Niclas Vestefjell/imagebank.sweden.se

Doppeltes Naturglück in Jämtland-Härjedalen

Die Zwillingsregion Jämtland-Härjedalen verspricht eine unvergessliche Landschaft, Spuren alter Kulturen und eine umweltbewusste, international anerkannte Gastronomie. Sie ist außerdem ein Paradies zum Wandern, Mountainbiken und Skifahren in Schwedens wildem Norden.

Die benachbarten Regionen Jämtland und Härjedalen in Nordschweden haben so viel gemeinsam, dass sie gerne als ein Landstrich gesehen werden: Jämtland-Härjedalen. Dieser einmalige Doppelpack liegt an der norwegischen Grenze, zwischen Dalarna im Süden und Lappland im Norden.

Die atemberaubende Landschaft umfasst Berge, tiefe Wälder und zahlreiche Seen, darunter den Storsjön bei Östersund, Schwedens fünftgrößtes Binnengewässer. Die unberührte Natur bietet Elchen, Rentieren, Bären, Vielfraßen, Moschusochsen, Polarfüchsen und seltenen Vogelarten einen passenden Lebensraum.

Wer auf Ökotourismus steht, hat in Jämtland-Härjedalen zu jeder Jahreszeit Aktivitäten zur Auswahl. Im Sommer kommen Besucher zum Mountainbiken und Wandern sowie zum Kajakfahren, Angeln oder um ein befreiendes „Waldbad” zu nehmen. Wintersportlern sind die Skigebiete Åre und Vemdalen ein Begriff. Daneben gibt es kleinere Resorts wie Lofsdalen und Funäsfjällen.

Jämtland-Härjedalen ist ein alter Hase, wenn es um Gastfreundschaft geht. Die Region begrüßt seit rund tausend Jahren Gläubige, die auf dem Pilgerweg St. Olavsleden nach Norwegen laufen, um den Nidarosdom im heutigen Trondheim aufzusuchen. Und um 1900 genoss die Region einen Ruf als Mekka der Sommerfrische, denn hier gab es schon kurz vor der Jahrhundertwende Berg- und Kurhotels, allen voran die bis heute beliebten Gasthäuser Fjällnäs und Åregården.

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Åre Ski Resort

Die Åre Seilbahn im Winter.

Foto: Karl Hägglund

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Åre Ski Resort

Foto: Karl Hägglund

Wandern in Jämtland Härjedalen

Foto: Sandra Lee Pettersson

Blick auf Fjällnäs

Foto: Roland Persson, Peter Ruterhagen, Mikael Bertmar

Restaurant Fjällnäs

Foto: Roland Persson

Die regionale Hauptstadt Östersund, idyllisch gelegen am See Storsjön, gehört mit knapp 64.000 Einwohnern immerhin zu den 40 größten Städten Schwedens. Sie zählt seit 2010 zum globalen UNESCO-Netzwerk der kreativen Städte, und zwar im Bereich Gastronomie, zusammen mit Parma in Italien, dem norwegischen Bergen und 15 weiteren Orten. Der Titel „UNESCO City of Gastronomy” verweist auf eine mit Hingabe und Talent gepflegte kulinarische Tradition auf der Basis lokaler, nachhaltiger Produkte. Kleine handwerkliche Bauernhöfe und Lebensmittelhersteller in der ganzen Region Jämtland-Härjedalen tragen zur lebendigen Esskultur bei.

Ein Land wird Restaurant - auch in Jämtland

Ein Land wird Restaurant - auch in Storlien in Jämtland.

Foto: Tina Stafrén/imagebank.sweden.se

Outdoor-Urlaub mit vielen Aktivitäten

Es gibt unzählige Möglichkeiten, die weitläufige Landschaft der Region zu erleben. Im Winter gleitest du auf Skiern über den Schnee oder auf Schlittschuhen über zugefrorene Seen, während sich von Frühling bis Herbst Wanderungen und Radtouren anbieten. Oder du lässt die Wildnis aus einer neuen Perspektive auf dich wirken – etwa aus einem Hundeschlitten oder vom Pferderücken. Für jeden der vielen landschaftlich schönen Pfade gibt es das passende Transportmittel. Wenn du Rentieren begegnest, halte Abstand, um sie nicht zu stören.

Der schwedische Wanderverein STF hat Jämtland-Härjedalen gut erschlossen, wobei zwei Wege besonders hervorzuheben sind. Das sogenannte „Jämtland-Dreieck” (Jämtlandstriangeln) ist schwedischen Naturburschen wohlbekannt: Der 47 km lange Rundweg in drei Etappen gehört zu Schwedens zwölf „Charakterwegen“ (Signaturleder), die die landschaftliche Schönheit und Vielfalt des Landes besonders gut wiedergeben.

Der 55 km lange Wanderweg „Vålådal-Viereck” (Vålådalsfyrkanten) im Lunndörren-Gebirge gilt hingegen noch als Geheimtipp. Diese relativ einfache Strecke ist in vier Etappen à 12-16 Kilometer unterteilt, die jeweils von einer Berghütte zur nächsten führen. Am Weg liegen Sehenswürdigkeiten wie die alte samische Siedlung Grönvallen und die pyramidenförmigen Hügel, die während der letzten Eiszeit geformt wurden. Weil sie unter Naturschutz stehen, darf man auf ihnen nicht klettern – so verlockend es auch sein mag.

Deutlich anspruchsvoller ist der gut 300 km lange „Panoramaweg“ von Järpen ins norwegische Trondheim. Der Pfad führt durch ein eindrucksvolles Gebirge und Täler voller friedlicher Seen. Höhepunkte an der Strecke sind der See Kallsjön, der 845 m hohe Gipfel des Suljätten und der Wasserfall Tännforsen.

Das Skigebiet Åre lockt Wintersportler mit 89 Abfahrten, insgesamt knapp zwei Pistenkilometern und einem Snowpark. Ist der Schnee getaut, finden Wanderer und Mountainbiker ihren Weg in das Berggebiet mit der langen Tradition. Die Seilbahn ist ein Abenteuer für sich, und wer noch mehr Action will, kann einen Sprung mit dem Gleitschirm wagen.

Auch in Vemdalen im Landstrich Härjedalen lohnt sich ein Besuch zu jeder Jahreszeit. Mit 58 Pisten und 35 Liften ist das Skigebiet etwas kleiner als Åre, aber genauso zauberhaft. Warum nicht die Berge bei einem Ausritt bewundern? Der Reiterhof Trumvallen bietet Ausflüge von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen an.

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Wandern in Vålådalen

Herbstwandern in Vålådalen, Jämtland Härjedalen

Foto: Lucas Warzecha

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Wandern in Vålådalen

Foto: Lucas Warzecha

Abfahrt in Jämtland Härjedalen

Foto: Niclas Vestefjell

Reiten in Storsjöbygden

Foto: Sandra Lee Pettersson

Entdecke die Kultur und Geschichte der Region

Die unverwechselbare Identität von Jämtland-Härjedalen lässt sich teilweise darauf zurückführen, dass das Gebiet zu Sápmi gehört - dem Land der Samen, der schwedischen Ureinwohner. Deren Lebensstil ist wiederum untrennbar mit der Rentierzucht verbunden, außerdem orientieren sie sich besonders am Rhythmus der Natur.

Im Jamtli-Museum in Östersund kannst du in die Geschichte und Kultur der Region eintauchen. Zu den bemerkenswertesten Funden aus der Wikingerzeit zählen die gemusterten Wandteppiche von Överhogdal, von denen Teile aus dem frühen 9. Jahrhundert stammen. Die Möbel und Textilien aus der jüngeren Vergangenheit geben Einblick in den Alltag der Bewohner im Lauf der Zeit. Das Museum veranstaltet jedes Jahr einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt.

Im Sommer ist das zum Jamtli-Museum gehörige Freilichtmuseum geöffnet, das aus mehreren Dutzend historischen Gebäuden besteht. Der Spaziergang vom Hof aus dem 18. Jahrhundert durch die Landhäuser aus dem 19. Jahrhundert und in die fast zeitgenössischen Bauten gestaltet sich wie eine spielerische Zeitreise. Nutztiere und verkleidete „Bewohner” hauchen den bewahrten Zeitzeugnissen auf überzeugende Weise Leben ein.

Auf der Insel Frösön, die ebenfalls zu Östersund gehört, lebte von 1914 bis zu seinem Tod 1942 der beliebte schwedische Komponist Wilhelm Peterson-Berger. Sein bewahrtes Zuhause namens Sommarhagen, eine sehenswerte Villa im Stil der schwedischen Nationalromantik, steht Besuchern im Sommer offen. Statte außerdem der Kirche von Frösö einen Besuch ab, wo Peterson-Berger seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Dort hast du einen guten Blick über den See Storsjön und die umliegenden Berge.

Was zeitgenössische Musik betrifft, zieht Östersunds Sommerfestival Storsjöyran überraschend berühmte Künstler ins schwedische Hinterland. Lady Gaga und The Prodigy sind nur zwei der Stars, die in den vergangenen Jahren in Jämtland-Härjedalen auf der Bühne standen.

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Weihnachtsmarkt in Jamtli in Östersund

Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Jamtli in Östersund.

Foto: Erik Westberg

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Weihnachtsmarkt in Jamtli in Östersund

Foto: Erik Westberg

Freilichtmuseum Jamtli

Foto: Sandra Lee Pettersson

Volksfest Storsjöyran in Östersund

Foto: Göran Stand

Schwedisch essen in Jämtland-Härjedalen

Der Lage nahe am Golfstrom, den langen Sommertagen und den kalk- und mineralhaltigen Böden verdanken Obst, Gemüse und essbare Wildpflanzen hervorragende Wachstumsbedingungen. Die besten Köche der Region zaubern aus den lokalen Erzeugnissen eine nachhaltige nordische Küche. Sie beziehen ihre Zutaten von nahe gelegenen Bauernhöfen und Herstellern, die weit über die regionalen Grenzen hinaus gefragt sind. Hinzu kommen die natürlichen Schätze aus freier Wildbahn, die ja immer bio sind: Moltebeeren, Preiselbeeren und Pfifferlinge gehören zu den heimischen Köstlichkeiten von Jämtland-Härjedalen.

Als „UNESCO City of Gastronomy” ist Östersund das kulinarische Zentrum der Region. Dort liegt das preisgekrönte Restaurant Jazzköket, das saisonale und lokale Spezialitäten serviert. Der nordische Gourmetführer White Guide spricht vom „Lokal der Herzen“ mit verschiedenen Bereichen für jedes Budget und jeden Anlass: Die entspannte „Jazzküche“ besteht aus Restaurant, Innenhof, Cocktailbar, Bistro und einem kleinen Delikatessenladen.

Östersund beherbergt außerdem eines der besten Sushirestaurants Schwedens: das Take Mikado. Wenn es nur eine Kleinigkeit zwischendurch sein soll, sind die Cafés Frejas Bakeri, Ecocaféet und Badhusparken zu empfehlen. Und als kulinarische Mitbringsel eignen sich Tee der Marke Brunkullans Te, Käse von Skärvången Bymejeri sowie Bier aus den Mikrobrauereien Härjebrygg und Svartberget.

Reisende Feinschmecker sollten auch einen Ausflug zu Hävvi i Glen erwägen: Irgendwo zwischen Östersund und der norwegischen Grenze ist das eigenwillige Restaurant angesiedelt, das seine Gäste liebevoll in die samische Esskultur einführt – mit Rentier, Elch und allem, was dazugehört. Dort kann man auch in Ferienhütten übernachten.

Praktische Information