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Weihnachten in Schweden, Saltsjöbaden, Stockholm
Foto: Carolina Romare/imagebank.sweden.se Carolina Romare/imagebank.sweden.se

Überblick

Schwedische Weihnachten: Julbord, Lucia und andere Traditionen

Die Weihnachtstraditionen in Schweden konzentrieren sich auf gutes Essen und nette Gesellschaft. Im Zentrum der Adventszeit steht traditionelles schwedisches Weihnachtsessen mit einer köstlichen Auswahl an herzhaften Gerichten und Süßigkeiten, das Besucher ab Ende November in vielen Restaurants erleben können.


Unser kleiner Weihnachtsfilm 

Über drei persönliche Erzählungen eines Familienvaters, einer Chorleiterin und einer Köchin fügt sich ein Bild zusammen, was Weihnachten in Schweden ausmacht. Sieh den Film!

Obwohl manche Bräuche in der heutigen Zeit als veraltet gelten, ist und bleibt Weihnachten eine wichtige Gelegenheit, um Zeit miteinander zu verbringen. Jede Familie und jede Region mag ihre eigenen Rituale haben, aber bestimmte Weihnachtstraditionen haben sich bewährt und sind ein fester Bestandteil der Feiertage im ganzen Land. 

Lucia - das Fest des Lichts

Nachdem der erste Adventssonntag den offiziellen Beginn der Weihnachtszeit markiert hat, beginnen die Feierlichkeiten so richtig am 13. Dezember, und zwar mit dem Gedenktag der heiligen Lucia, einer italienischen Märtyrerin. Wahrscheinlich fiel der 13. Dezember vor der Umstellung auf den heute gebräuchlichen gregorianischen Kalender auf die Wintersonnenwende, denn der Luciatag ist ein Fest des Lichts, das in ganz Skandinavien beliebt ist und die Hoffnung auf das Ende der dunklen Tage ausdrückt.

Wenn du um den Luciatag in Schweden bist, besuche ein Luciakonzert in einer Kirche – eines der berührendsten Erlebnisse, das Schweden zu bieten hat. Wenn sich in der Dunkelheit Kerzenlicht ausbreitet und die traditionellen Lieder erklingen, ist Gänsehaut unvermeidbar. Auch Schulen und sogar Büros bekommen Besuch von Prozessionen, angeführt von der weiß gekleideten Lucia, die eine Krone aus brennenden Kerzen auf dem Kopf balanciert. Ihr singendes Gefolge trägt ebenfalls weiße Roben, dazu kegelförmige Hüte und Kerzen in der Hand. Kleine Kinder verkleiden sich auch gerne als Weihnachtswichtel (Tomtenissar).

Die alljährliche Wahl der Lucia ist in Dörfern, Bezirken und Städten ein beliebter Wettbewerb. Dass der Brauch mit der Zeit geht, zeigt sich daran, dass es nicht immer eine blonde Lucia sein muss: Mädchen und Frauen jeder Herkunft können die Heilige des Lichts verkörpern. Die multikulturelle Stadt Malmö geht sogar so weit, dass ihre Lucia auch ein Mann oder eine Person nicht-binären Geschlechts sein könnte, was die fortschrittliche Denkweise Schwedens widerspiegelt.

Weihnachten in Schweden: Es geht um das Miteinander

Die vier Adventssonntage verbringen die Schweden gerne zusammen mit Freunden und Familie bei einer Tasse Glühwein (Glögg) und Lebkuchenplätzchen (Pepparkakor). Wie gut, dass Ende November in ganz Schweden die Zeit der Weihnachtsmärkte startet. Dort finden Besucher handgefertigte Dekorationen, Kunsthandwerk und winterliche Leckereien.

Außerdem eröffnen die Schweden im Advent zu Hause die Weihnachtsbäckerei. Die Traditionen reichen von einfachen Plätzchen über die gelben, s-förmigen Safranbrötchen (Lussekatter) bis hin zum ehrgeizigen Bau und der zuckersüßen Dekoration von Pfefferkuchenhäusern (Pepparkakshus). Das Architekturmuseum ArkDes in Stockholm veranstaltet jedes Jahr einen Pfefferkuchenhaus-Wettbewerb. Die rund 200 Beiträge werden bis Januar ausgestellt und als Besucher kannst du für deinen Favoriten abstimmen. 

Ein verschneiter Advent und weiße Weihnachten: In Schweden wünscht sich das jeder, und zumindest in den zwei nördlichen Dritteln des Landes klappt es auch meistens. Dann stürmen Familien die Hänge zum Rodeln, die Loipen zum Langlauf und die Skigebiete zum Snowboarden. Die zugefrorenen Seen und Eisbahnen in den Städten laden außerdem zum Schlittschuhlaufen ein.

In Schweden ist der Advent eine Zeit, um den Alltag hinter sich zu lassen und Zeit mit seinen Lieben zu verbringen, entweder bei einem entschleunigten Essen oder einem aktiven Tag im Freien.

Schwedisches Weihnachtsessen: das Buffet „Julbord“

Das traditionelle Weihnachtsbuffet namens Julbord (wörtlich „Weihnachtstisch“) bringt die Schweden in festliche Stimmung. Dabei kommen die klassischen schwedischen Festtagsspeisen auf den Teller: zarter Weihnachtsschinken (Julskinka), Fleischbällchen, eingelegter Hering, Graved Lachs, Cocktail- oder „Prinzwürstchen“ (Prinskorv), Kartoffeln, Salat aus Roter Bete und vieles mehr. Dieses Sortiment, das heute in jedem Supermarkt verfügbar ist, war vor hundert Jahren noch Luxus für schwedische Haushalte. 

In den 1940er Jahren kam erstmals das Gericht „Janssons Versuchung“ (Janssons Frestelse) auf den Tisch: ein herrlich cremiger Auflauf aus Kartoffeln, Zwiebeln, Anchovis und Sahne. Übliche Getränke zum schwedischen Weihnachtsessen sind das dunkle Weihnachtsbier (Julöl), das Cola-artige Erfrischungsgetränk „Julmust“ und natürlich die traditionellen Schnäpse.

Ursprünglich handelt es sich beim Julbord in Schweden um das heimische Weihnachtsessen an den Feiertagen, bei dem die Hausfrauen zur Feier des Tages immer mehr verschiedene kleine, geschmückte Speisen auftischten. Seit ungefähr 1950 bieten auch Restaurants im Advent ein traditionelles Buffet an, und heute kannst du in Schweden ab Ende November bis kurz vor Heiligabend aus vielen Restaurants wählen. In schwedischen Unternehmen ist es üblich, die Angestellten zum Julbord einzuladen - die schwedische Version der Firmenweihnachtsfeier. 

Jede Familie und jede Region hat individuelle Julbord-Favoriten. Insbesondere der eingelegte Hering kann eine Vielzahl von Aromen annehmen, von Klassikern mit Dill oder Senf bis zu exotischen Marinaden mit Ingwer, Limette, Chili oder Kokos. Das Julbord enthält außerdem immer häufiger vegetarische oder vegane Gerichte.

Auch wenn man nach mehreren Gängen zum Buffet fast platzt: Ein Nachtisch muss sein. Das klassische Dessert heißt „Ris à la Malta“, ein cremiger Vanille-Milchreis mit Orangenscheiben als Garnitur. Das Julbord enthält noch viele weitere, aber zum Glück kleinformatige Süßigkeiten, wie Schokoladentrüffel und die Sahnebonbons namens „Knäck“. 

Das schwedische Weihnachtsessen ist so beliebt, dass viele Leute pro Saison mehrmals ans Buffet pilgern: mit Familie, mit Freunden und mit Kollegen. Frohe Weihnachten, oder wie die Schweden sagen, „God Jul“!