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Three hikers standing on a cliff surrounded by pine trees, overlooking the sea and forested hills at sunset in the High Coast of Sweden.
Wandern an der Hochküste, Höga Kusten, im Norden Schwedens
Drei Wanderer stehen auf einer von Kiefern umgebenen Klippe und blicken bei Sonnenuntergang an der schwedischen Hohen Küste auf das Meer und die bewaldeten Hügel.
Fotonachweis: Fredrik Lewander/Höga Kusten Destinationsutveckling

Wandern in Nordschweden – jenseits der Klassiker

Nordschweden ist mit seinen rauen Küsten, tiefen Wäldern, weiten Tälern und beeindruckenden Berglandschaften wie gemacht fürs Wandern. Neben bekannten Klassikern gibt es hier auch viele ruhigere und weniger entdeckte Wege, die darauf warten, erkundet zu werden. Genau das macht den besonderen Reiz aus: draußen unterwegs sein, die Natur intensiv erleben und die Region fernab der typischen Pfade kennenlernen.

Wandern in Nordschweden ist abwechslungsreich und unkompliziert zugleich. Von arktischen Wäldern und imposanten Bergen bis hin zu eindrucksvollen Küstenlandschaften reicht die Vielfalt der Natur. Einige der bekanntesten Wege der Region, darunter der Kungsleden, der Höga Kustenleden und der St. Olavsleden, stehen längst auf den Bucket Lists von Wanderfans aus aller Welt und zählen zu den beliebtesten Fernwanderwegen Schwedens.

Abseits dieser bekannten Klassiker eröffnet sich jedoch noch eine weitere Seite Nordschwedens. Ein Netz weniger bekannter Routen bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Region auf ruhigeren Wegen zu entdecken. Viele Strecken sind in Etappen gegliedert und lassen sich flexibel planen. Ob entspannter Tagesausflug oder mehrtägiges Abenteuer, je nach Zeit, Erfahrung und Lust auf Natur findet hier jeder die passende Tour.

Schneeschuhwandern im Winter

Die Wandersaison in Nordschweden dauert in der Regel von Juni bis September. Im Winter eröffnen Schneeschuhwanderungen jedoch noch einmal ganz neue Möglichkeiten, die Landschaft zu entdecken. Da sich das Wetter vor allem in offenen und bergigen Regionen schnell ändern kann, lohnt es sich, gut vorbereitet zu sein. Festes Schuhwerk, mehrere Kleidungsschichten und wetterfeste Kleidung gehören auf jeden Fall ins Gepäck. Auch Mückenschutz ist besonders in den Sommermonaten empfehlenswert. Mehr Tipps und praktische Infos findest du in unserem Guide zum Wandern in Schweden.

Hier sind einige weniger bekannte Wanderwege in Nordschweden, die definitiv einen Abstecher wert sind.

Ein Wanderer, der entlang einer felsigen Kante durch einen Kiefernwald läuft und in der Ferne Wasser sieht, auf dem Solander Trail im Norden Schwedens.

Der Solander Trail

Der Solander Trail (Solanderleden) schlängelt sich durch bewaldete Landschaften und das Küstenhinterland zwischen Luleå und Piteå und bietet abwechslungsreiche Wanderungen in der Arktis.

Foto: Håkan Stenlund/Swedish Lapland

Solanderleden – abgelegene Wälder mit spannender Geschichte

Die gesamte Strecke des Solanderleden verläuft zwischen Kallax und Jävre, also vom Flughafen Luleå bis nach Piteå, und umfasst rund 227 Kilometer.

Der Solanderleden schlängelt sich durch ein Küstenhinterland mit dichten Wäldern, offenem Ackerland und kleinen Dörfern. Da er in Etappen unterteilt ist, lässt sich alles leicht planen, von einem kurzen Spaziergang bis hin zu einer längeren, mehrtägigen Wanderung.

Der Wanderweg ist nach Daniel Solander benannt, einem Botaniker aus Piteå und Schüler des berühmten schwedischen Naturforschers Carl von Linné, der die Grundlagen der modernen Pflanzenklassifikation legte. Solander begleitete später Kapitän James Cook auf dessen erster Weltumsegelung und dokumentierte Pflanzenarten in Regionen, die der europäischen Wissenschaft bis dahin unbekannt waren.

Heute führt der Solanderleden durch die abwechslungsreiche Natur Nordschwedens. Unterwegs wechseln sich abgelegene Kiefernwälder, Seen, Flüsse und kleine Bäche mit Aussichtspunkten auf die weite Landschaft ab. Auch kultivierte Landschaften prägen Teile der Strecke, darunter Wiesen, Felder und Weideflächen mit grasenden Tieren. Einige Abschnitte eignen sich im Winter außerdem gut für Schneeschuhwanderungen.

Ab Sommer 2026 kommen entlang des Weges zudem architektonisch gestaltete Windschutzhütten von ArkNat hinzu. Die von Architekturstudierenden aus aller Welt entworfenen Unterstände bieten Platz für eine Pause, eine Fika oder sogar eine Übernachtung mitten in der Natur.

Entdecke mehr Wanderungen im arktischen Schweden.

Luftaufnahme einer schmalen, bewaldeten Halbinsel, umgeben von ruhigem Wasser, die die Landschaft entlang des Isälvsleden-Wanderwegs in Västerbotten zeigt.

Der Isälvsleden, in der Region von Västerbotten

Der Isälvsleden führt durch eine von der Eiszeit geprägte Landschaft mit Seen, bewaldeten Bergrücken und markanten Gletscherformationen.

Foto: Amanda Sveed/Visit Umeå

Isälvsleden – ein Wanderweg, der von der Eiszeit geformt wurde

Die Strecke zwischen Vindeln und Åmsele umfasst rund 60 Kilometer.

Der Isälvsleden-Wanderweg verläuft durch die Region von Västerbotten und führt durch eine Landschaft, die vor Tausenden von Jahren von der letzten Eiszeit geprägt wurde. Er führt durch ein bemerkenswertes Gebiet mit Gletscherformationen wie sanften Dünen, dramatischen Geröllkämmen und uralten Kiefernwäldern, die an ein Märchenbuch erinnern. Grundsätzlich bietet der Weg somit einen Einblick in die Naturgeschichte der Region.

Manchmal wanderst du auf schmalen Bergrücken, die auf beiden Seiten steil zum Wasser hinabfallen. Die Route ist abwechslungsreich und umfasst sogar eine kurze Bootsüberfahrt, bei der du selbst ruderst, um deine Reise fortzusetzen.

Für Angelfreunde sind entlang des Weges Angelscheine erhältlich, und die gesamte Strecke lässt sich auch mit dem Fahrrad erkunden.

Ein Wanderer mit Rucksack steht auf einer Klippe mit Blick auf dichten Wald und das Meer in der Region Högkusten im Norden Schwedens.

Wandern an der Hohen Küste (Höga kusten)

Wandern an der Hohen Küste bietet atemberaubende Ausblicke auf Wälder und die Ostsee entlang einer der höchsten Küstenlinien der Welt.

Foto: Höga Kusten Destinationsutveckling

Der Weltkulturerbe-Wanderweg – eine Rundwanderung über die Hohe Küste

Der rund 100 Kilometer lange Höga-Kusten-Leden erstreckt sich entlang der schwedischen Hochküste.

Während der Hochküstenweg oft im Mittelpunkt steht, bietet der Weltkulturerbe-Wanderweg (Världsarvsleden) eine ruhigere, rundumführende Alternative durch dieselbe UNESCO-geschützte Landschaft. Mit der Halbinsel Nordingrå als Mittelpunkt bringt er dich näher an das Herz der Hochküste.

Hier wanderst du entlang der höchsten Küstenlinie der Welt, die sich jedes Jahr noch um einige Millimeter hebt. Die Route führt dich durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus tiefen Fjorden, bewaldeten Tälern, Seen und steilen Hängen, mit atemberaubenden Ausblicken über die Ostsee. Der Weg ist in 14 Abschnitte unterteilt und führt durch Naturschutzgebiete sowie mehrere Dörfer und Fischergemeinden, was dem Erlebnis eine kulturelle Dimension verleiht. Teile der Route überschneiden sich zudem mit dem Höga Kustenleden, sodass sich beide leicht kombinieren lassen.

Entdecke mehr über Wandern an der Hohen Küste.

Holzstege schlängeln sich durch eine felsige, bewaldete Landschaft am Döda fallet in Ragunda, wo ein ehemaliger Wasserfall versiegt ist.

Wanderweg „Döda Fallet“

"Döda Fallet", also der „tote Wasserfall“ in Ragunda, ist das dramatische Ergebnis einer der größten von Menschen verursachten Naturkatastrophen Schwedens und kann heute über gut begehbare Wanderwege erkundet werden.

Foto: Anne Adsten/Jämtland Härjedalen Turism

Wandern in Ragunda – ungewöhnliche Orte inmitten einer einzigartigen Landschaft

Im Ragundatal gibt es Wanderwege zwischen 1 und 16 Kilometern Länge.

Ragunda, Teil des Geopark Indalsälven und einer von nur drei nationalen Geoparks in Schweden, bietet rund 20 kürzere Wanderwege rund um die Orte im Ragundatal. Die Strecken verbinden Naturerlebnisse mit ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten und eignen sich perfekt für eine entspannte Wanderung mit Proviant im Rucksack oder für einen längeren Tagesausflug, bei dem mehrere Wege kombiniert werden können.

Besonders bekannt ist Döda fallet, der „Tote Wasserfall“, den man über einen 3,5 Kilometer langen Rundweg erreicht. Hier wird die Geschichte einer der größten menschengemachten Naturkatastrophen Schwedens sichtbar: Im Jahr 1796 entleerte sich ein See, wodurch der einst gewaltige Wasserfall innerhalb kürzester Zeit verstummte.

Ebenfalls lohnenswert ist derKullstaberg Trail. Der 7,6 Kilometer lange Rundweg führt hinauf zu einem Aussichtspunkt oberhalb von Hammarstrand. Dort wartet nicht nur ein weiter Blick über die Landschaft, sondern auch Europas größtes Ortsschild im Hollywood-Stil. Rund um die sogenannte Getgrottan „Ziegenhöhle“ liegen riesige Felsblöcke, die während der Eiszeit entstanden sind und bis heute Stoff für lokale Geschichten und Legenden liefern.

Auch kulturell hat Ragunda einige Überraschungen zu bieten. Dazu gehört der Königliche Thai Pavillon, der an einen königlichen Besuch aus dem Jahr 1897 erinnert. Nicht weniger bekannt ist das Pfarrhaus von Borgvattnet, das als einer der berühmtesten Spukorte Schwedens gilt und in dem Besucher sogar übernachten können.

Gerade diese Mischung aus Natur, Geschichte und ungewöhnlichen Orten macht Ragunda zu einem spannenden Ziel für alle, die Schweden abseits der bekannten Wanderklassiker erleben möchten.

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