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Five persons sitting around a wooden table set with plates and wine glasses. There is a cooking pot and fresh herbs on the table.
Essen und Trinken im Freien
Freunde treffen sich im Wallby Säteri, um gemeinsam in der Natur zu kochen und zu essen. Die schwedischen Wälder sind reich an essbaren Schätzen wie Beeren, Pilzen, Brennnesseln und anderen Wildkräutern.
Fotonachweis: Anna Hållams/imagebank.sweden.se

Schwedens alkoholfreie Klassiker im Überblick

Ob die Heidelbeersuppe, die seit Generationen Skilangläufer durch den schwedischen Winter begleitet, oder das prickelnde Getränk aus weißen Johannisbeeren, das beim Nobelbankett serviert wird – Schwedens alkoholfreie Getränke sind eng mit den Traditionen, Jahreszeiten und Aromen des Landes verbunden. Entdecke fünf schwedische Getränke, die zeigen, wie vielfältig Genuss ohne Alkohol sein kann.

Getränke spielen seit jeher eine wichtige Rolle im schwedischen Alltag. Sei es süße Malzgetränke, Schnaps zu festlichen Anlässen, die unverzichtbare Kaffeepause bei der Arbeit oder hausgemachte Limonaden aus sonnengereiften Beeren – gemeinsam etwas zu trinken ist Teil der schwedischen Kultur.

Heute erlebt alkoholfreier Genuss einen Aufschwung. Neben alkoholfreien Bieren und handwerklich hergestellten Cidern werden auch Kombucha, hochwertige Tonics und Erfrischungsgetränke mit ausgewogener Süße immer beliebter. In Spitzenrestaurants werden alkoholfreie Getränkebegleitungen mit derselben Sorgfalt zusammengestellt wie Weinkarten. Gleichzeitig gewinnen die Getränke aus Beeren, die von kleinen Produzenten im ganzen Land hergestellt werden, an Beliebtheit.

Dank fruchtbarer Böden und des schwedischen Jedermannsrechts (Allemansrätten) werden die Aromen von Wäldern, Wiesen und Gärten seit Generationen gesammelt, verarbeitet und bewahrt. Entdecke fünf alkoholfreie Getränke, die auf ganz unterschiedliche Weise von Schwedens Natur, Traditionen und Genusskultur erzählen.

A person out of view is holding a bowl of blueberries in one hand.
Heidelbeeren
Heidelbeeren pflücken im Naturschutzgebiet Heråmaden. Dies wird zum Teil durch das „Allemansrätten“ – das Recht auf freien Zugang zur Natur – ermöglicht, das jedem das Recht gibt, die schwedische Natur zu genießen, einschließlich des Rechts, Pilze, Kräuter und Beeren zu pflücken.
Foto: Moa Karlberg/imagebank.sweden.se

Blaubeersuppe

In weiten Teilen der schwedischen Wälder wachsen wilde Beeren – allein Heidelbeersträucher bedecken rund 17 Prozent der Landesfläche. Kein Wunder also, dass die warme Heidelbeersuppe eng mit dem Vasaloppet, dem weltweit größten Skilanglaufrennen, verbunden ist. Lange bevor sie abgefüllt in Kartons erhältlich war, kochten Frauen in Dalarna aus selbst gesammelten und getrockneten Heidelbeeren eine kräftigende Suppe für die Läuferinnen und Läufer an den Verpflegungsstationen. Während der Vasaloppet-Woche werden heute rund 50.000 Liter davon ausgeschenkt.

Übrigens hat „blåbär” (Heidelbeere) im Schwedischen noch eine zweite Bedeutung: Das Wort wird umgangssprachlich auch für Anfängerinnen und Anfänger verwendet. Wer also zum ersten Mal auf Langlaufskiern steht, ist vielleicht selbst eine „Blåbär“ – und trinkt gleichzeitig eine. Du kannst die Heidelbeersuppe in Skihütten und Cafés in den schwedischen Wintersportgebieten probieren oder sie als Pulver bzw. trinkfertige Variante aus dem Supermarkt vor deinem nächsten Ausflug in die Natur kaufen.

Someone holding a glass of ice with a napkin, with red beverage inside.
Eisgekühlter Drink
Dein Getränk kühl zu halten war noch nie so einfach – in diesem Glas aus Eis. Schweden bietet viele exotische Erlebnisse, wie zum Beispiel Eisbars an verschiedenen Orten im Land.
Foto: Fredrik Larsson/imagebank.sweden.se

Preiselbeersaft

Früher bekamen schwedische Schulkinder während der Erntesaison sogar schulfrei, um bei der Preiselbeersammlung zu helfen. Diese Tradition war als „Lingonlov“ (Preiselbeerferien) bekannt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden große Mengen der Beeren aus Nordschweden nach Deutschland exportiert. Als Zucker erschwinglicher wurde, entwickelte sich Preiselbeersaft zu einem beliebten Getränk, das für seinen süß-herben Geschmack und seinen hohen Gehalt an Antioxidantien geschätzt wird.

Heute wird Preiselbeersaft sowohl im Alltag als auch zu klassischen schwedischen Gerichten getrunken. Besonders gut passt er zu schwedischen Köttbullar, wie sie in den Restaurants von Ikea serviert werden. Wer etwas Besonderes probieren möchte, kann im Icehotel in Jukkasjärvi oder in der Icebar Stockholm einen alkoholfreien „Vargtass” (Wolfstatze) bestellen. Der traditionell aus heißem Preiselbeersaft und Wodka zubereitete Drink ist dort auch in einer alkoholfreien Variante erhältlich, die in einem Glas aus Eis serviert wird.

A woman picking apples on a sunny day.
Apfelplantage
Der erste schwedische Wein, der jemals beim Nobelbankett serviert wurde, stammt aus Umeå im Norden Schwedens. Der Eis-Cider von Brännland Iscider wird aus sorgfältig ausgewählten schwedischen Äpfeln und der natürlichen Winterkälte Västerbottens hergestellt. Die Äpfel werden im Herbst geerntet und gepresst. Anschließend lagert der Saft in großen Tanks unter freiem Himmel. Die arktischen Temperaturen lassen einen Teil des Wassers gefrieren. Dadurch konzentrieren sich die natürlichen Zuckerstoffe im Saft. Nach der Gärung entsteht ein süßer, aromatischer Eis-Cider mit intensiven Fruchtaromen und einer ausgewogenen Säure. Heute wird Brännland Iscider in einigen der renommiertesten Restaurants der Welt serviert. Internationale Aufmerksamkeit erlangte das Getränk, als es als erster schwedischer Wein seinen Platz auf der Getränkekarte des Nobelbanketts fand.
Foto: Emmie Bolmstedt/imagebank.sweden.se

Apfelsaft

Apfelsaft wird in Schweden schon seit dem Mittelalter getrunken. Heute ist er jedoch vor allem mit Österlen in Skåne verbunden, einer Region, die oft als Schwedens „Apfelreich“ bezeichnet wird. Im Küstenort Kivik prägen Apfelplantagen die Landschaft. Die langen Baumreihen erinnern fast an die Toskana... nur mit deutlich mehr Äpfeln.

In der 1888 gegründeten Mosterei Kiviks Musteri kannst du im Äpplets Hus („Das Apfelhaus“) mehr über den schwedischen Apfelanbau und die Tradition der Saftherstellung erfahren. Anschließend lohnt sich ein Spaziergang durch die umliegenden Obstgärten. Vor Ort kannst du klaren, naturtrüben oder prickelnden Apfelsaft probieren, im Hofladen regionale Produkte entdecken und den Besuch mit einem Stück Apfelkuchen abrunden.

Ende September findet jedes Jahr der Apfelmarkt von Kivik statt. Sein bekanntestes Wahrzeichen ist ein riesiges Apfelkunstwerk, das aus rund 35.000 Äpfeln gestaltet wird.

Sprudelnder Johannisbeersaft
Sprudelnder Johannisbeersaft
Rudenstams bietet Obst- und Beerensäfte an, die aus Zutaten von den eigenen Höfen in Småland hergestellt werden. Die Säfte sind von höchster Qualität und wurden bereits beim Nobelpreis-Dinner serviert.
Foto: Tina Stafrén/imagebank.sweden.se

Johannisbeergetränke

In Gärten im ganzen Land wachsen seit Generationen rote, schwarze und weiße Johannisbeeren. Aus ihnen werden traditionell Säfte, Sirupe und Konfitüren hergestellt. Heute dienen sie jedoch auch zunehmend als Grundlage für hochwertige, alkoholfreie Getränke.

Am Vätternsee produziert Rudenstams einen trockenen, prickelnden Drink aus weißen Johannisbeeren, der bereits beim Nobelbankett serviert wurde. Besucherinnen und Besucher können die Getränke im Hofladen und im Café des Familienbetriebs probieren. In Bergslagen verarbeitet Färna Odlingar schwarze Johannisbeeren zu komplexen, weinähnlichen Getränken, die unter anderem im Färna Herrgård & Spa ausgeschenkt werden. Die Brauerei Roots of Malmö Kombucha wiederum verwendet Johannisbeeren in saisonalen Kreationen, die bei ausgewählten Händlern in Schweden erhältlich sind.

Auch die Blätter der Johannisbeersträucher werden verwendet: Viele Schweden bereiten daraus einen aromatischen Kräutertee zu, der besonders an kalten Tagen vor dem Kamin genossen wird.

Drei Champagnergläser, gefüllt mit alkoholfreiem Sekt.
Alkoholfreie Erfrischungsgetränke
Das wachsende Interesse an alkoholfreien Getränken in Schweden hat eine Welle von Sektalternativen ausgelöst.
Foto: Emmie Bolmstedt/imagebank.sweden.se

Sprudelnde alkoholfreie Getränke

Das wachsende Interesse an alkoholfreien Getränken hat in Schweden eine neue Generation hochwertiger Alternativen hervorgebracht. Neben alkoholfreien Weinen experimentieren Produzentinnen und Produzenten mit allem von prickelndem Tee bis hin zu fermentiertem Birkensaft.

Oddbird stellt Schaumweine her, bei denen der Alkohol besonders schonend entzogen wird. Der renommierte Weinkenner Richard Juhlin hat seine eigene Reihe alkoholfreier Blanc de Blancs entwickelt. Auf Gotland produziert Pettersson & Munthe prickelnden Tee, der häufig zu Fisch- und Meeresfrüchtegerichten in ausgewählten Restaurants serviert wird. Viele dieser Getränke sind auch bei Systembolaget erhältlich.

In der Nähe von Jönköping stellt Ängabackens Björksoda natürlich perlenden, fermentierten Birkensaft her. Im Hofladen können Besucherinnen und Besucher die Getränke probieren und kaufen. Ein schönes Beispiel dafür, wie Birkenbäume in Schweden zur Inspiration für besondere Geschmackserlebnisse werden.