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Zimtschnecken mit Milch
Zimtschnecken mit Milch
Zimtschnecken sind in Schweden unglaublich beliebt. Du findest sie in jeder schwedischen Bäckerei oder jedem Café, das du betrittst. Die Schnecken werden aus Weizenmehl hergestellt und sind mit Zimt, Zucker und Butter gefüllt.
Fotonachweis: Magnus Carlsson/imagebank.sweden.se

Lokale Legenden: Klassiker aus Schwedens Küche

Schwedens „lokale Legenden“ sind mehr als nur Gerichte. Es sind Geschmäcker, die mit einem Ort, einer Jahreszeit oder einer Erinnerung verbunden sind, genau die, mit denen die meisten Schweden aufwachsen. Lust, dich durchzuprobieren? Hier ist dein Überblick über die beliebtesten Klassiker des Landes und deine Chance, Schweden wie die Einheimischen zu erleben.

Die schwedische Esskultur ist im Kern zwar pragmatisch, aber keineswegs ohne spielerische Leichtigkeit. Vom eigenen Ehrentag für Zimtschnecken am 4. Oktober bis hin zu kunstvoll gestalteten „Torten” aus Sandwiches verstehen es die Schweden, Alltägliches aufzuwerten. Die tägliche Kaffeepause, die „Fika“, gilt dabei fast als Grundrecht und viele regionale Gerichte sind von den Jahreszeiten, der Landschaft und einem ausgeprägten Traditionsbewusstsein geprägt.

Es ist Wohlfühlküche ohne großen Aufwand und doch mit einem Hauch stiller Genusssucht. Genau diese kleinen Rituale haben im Laufe der Zeit eine Handvoll Gerichte zu echten lokalen Legenden gemacht.

Um zu verstehen, warum diese Speisen so beliebt sind, lohnt es sich, dorthin zu gehen, wo auch Einheimische hingehen: in Konditoreien, Markthallen und entspannten Bistros oder in gehobenen Restaurants, die den Klassikern neuen Glanz verleihen. Überspringe das Rätselraten, meide Touristenfallen und entdecke die Aromen, die Schweden prägen, Biss für Biss.

7 lokale Legenden

A table is set with a plate of meatballs, mashed potatoes, brown gravy and lingonberry jam next to a glass and fork.
Schwedische Fleischbällchen
Was könnte schwedischer sein als unsere Fleischbällchen? Schwedische Fleischbällchen, vielleicht der berühmteste kulinarische Gegenstand des Landes, basieren tatsächlich auf einem Rezept, das König Karl XII von Schweden im frühen 18. Jahrhundert aus der Türkei mitbrachte. Sie gehören sowohl zu den traditionellen Feiertagsessen als auch zu den alltäglichen Gerichten.
Foto: Daniel Herzell/Folio/imagebank.sweden.se

Fleischbällchen (‘köttbullar’)

Schwedische Fleischbällchen sind wohl das schwedischste aller schwedischen Gerichte – sie sind auf unaufdringliche Weise kultig und einfach herrlich wohltuend. Die klassische, hausgemachte „Oma“-Version besteht aus kleinen, goldbraun gebratenen Bällchen, die mit cremigem Kartoffelpüree, herzhafter Soße, säuerlichen Preiselbeeren und knackigen, eingelegten Gurken serviert werden.

Die Schweden schätzen Tradition, aber eine gute Neuinterpretation ist immer willkommen. Im ganzen Land findest du Variationen mit allen möglichen Zutaten, von Huhn, Elch und Rentier bis hin zu vegetarischen und veganen Alternativen. IKEA betreibt einen weltweiten Wallfahrtsort für Köttbullar (auch ohne Fleisch).

Fleischbällchen (‘köttbullar’)
A piece of sandwich cake on a plate.
Die Sandwichtorte
Eine „Sandwichtorte“ sieht zwar aus wie ein Dessert, ist aber eigentlich ein herzhafter Kuchen, der bei gesellschaftlichen Anlässen zum Mittag- oder Abendessen serviert wird. Sie besteht oft aus Brot, Mayonnaise oder Crème fraîche und Füllungen wie Meeresfrüchten, Lachs oder Fleisch.
Foto: Johnny Franzén/Scandinav/imagebank.sweden.se

Sandwichtorte (‘smörgåstårta’)

Die Sandwichtorte ist das Ergebnis, wenn sich ein Sandwich für eine Party in Schale wirft. Ursprünglich in den 1950er-Jahren entstanden, ist diese festliche Spezialität heute bei Anlässen wie Abschlussfeiern, Geburtstagen, Hochzeiten und Abschieden nicht mehr wegzudenken. Die Füllungen reichen von Garnelen und Räucherlachs bis hin zu Thunfisch, Ei und Gemüse, doch das Prinzip bleibt immer gleich: Der Kuchen ist cremig, üppig und zum Teilen gedacht.

Ein klassisches Stück gibt es im Ahlströms Konditori in Göteborg. In der mittelalterlichen Kleinstadt Vadstena am See serviert der Foodtruck Matluckan herzhafte Sandwichkuchen in einer praktischen To-go-Variante. Für eine nordschwedische Note empfiehlt sich das Börje Olsson Konditori in Luleå, wo auch Varianten mit geräuchertem Rentier angeboten werden.

Sandwichtorte (‘smörgåstårta’)
A tray with a plate of cured salmon with dill and a few drink glasses.
Gebeizter Lachs
An fast allen traditionellen Feiertagen in Schweden, wie Weihnachten, Mittsommer oder Ostern, wird Lachs serviert. Wie der Lachs gegart wird, ist jedoch unterschiedlich - er kann zum Beispiel geräuchert, geräuchert oder gegrillt werden.
Foto: Magnus Carlsson/imagebank.sweden.se

Gebeizter Lachs (‘gravad lax’)

Gravad Lachs, zart, aromatisch und in Dill gebeizt, gehört zu den Klassikern der schwedischen Küche und ist ein fester Bestandteil des traditionellen Smörgåsbord. Dieses Buffet vereint eine Vielzahl kleiner warmer und kalter Speisen. Das Verb „grava“ bedeutet „graben“ und erinnert an die ursprüngliche Methode, Fisch zur Konservierung in der Erde zu vergraben.

Heute gibt es zahlreiche Varianten, etwa mit Zitrusnoten, extra Pfeffer, Aquavit oder sogar mit Roter Bete für die Farbe. Serviert wird der Lachs in feinen Scheiben, klassisch mit Hovmästarsås, einer süßlichen Senf-Dill-Sauce. Probier ihn zum Beispiel beiNäske Lax an der Hohen Küste oder im Buhres im Dorf Kivik auf Österlen, einem familiengeführten Fischrestaurant mit eigener Räucherei.

Gebeizter Lachs (‘gravad lax’)
Toast Skagen
Toast Skagen
Toast Skagen ist eine elegante Kombination aus Garnelen und anderen Zutaten auf einem kleinen Stück gebratenem Brot. Erfunden wurde er vom beliebten schwedischen Gastronom Tore Wretman. Mehr als jeder andere hat er sich in den Jahrzehnten unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg die schwedischen kulinarischen Traditionen zu eigen gemacht.
Foto: Jakob Fridholm/imagebank.sweden.se

Toast Skagen

Toast Skagen wurde erstmals in den 1950er-Jahren im Stockholmer Restaurant Riche serviert und gilt heute als eine Art nationale Legende. Oft wird er dem Gastronomen Tore Wretman zugeschrieben und ist wohl Schwedens eleganteste Variante von „Garnelen auf Toast“: Diese sind mit Mayonnaise und Dill vermengt, auf in Butter gebratenem Brot verfeinert, mit Zitrone und mit etwas Glück auch mit einem Löffel Fischrogen.

Für eine Variante mit Meeresblick lohnt sich ein Besuch bei Bengts Fisk in Lysekil an der Westküste. Der Fischladen verfügt über ein angeschlossenes Hafenrestaurant, in dem Seafood im Mittelpunkt steht. An der Ostküste serviert Bakfickan in Visby Toast Skagen unweit des Stora Torget, in dessen Nähe sich mittelalterliche Ruinen befinden.

Toast Skagen
Fermentierter Hering
Fermentierter Hering
Saurer Hering ist ein aus fermentiertem Ostseehering hergestelltes Gericht, das seit mindestens dem 16. Jahrhundert ein fester Bestandteil der traditionellen nordschwedischen Küche ist. Allerdings trauen sich nicht alle an diese Spezialität heran.
Foto: Lola Akinmade Åkerström/imagebank.sweden.se

Surströmming

Surströmming, der fermentierte Hering aus Schweden, gibt sich zunächst ganz unauffällig... bis die Dose geöffnet wird. Dann übernimmt das Aroma. Die Spezialität geht auf das 16. Jahrhundert in Nordschweden zurück und ist bis heute eng mit der Region Höga Kusten und der Insel Ulvön verbunden.

Die Saison beginnt Ende August, wenn traditionell gesellige Surströmming-Runden im Freien stattfinden. Der Fisch wird in gebuttertem Fladenbrot mit Mandelkartoffeln und Zwiebeln gegessen, oft begleitet von Bier oder Schnaps. Intensiv? Absolut. Lohnenswert? Viele Schweden sagen, der Geruch sei eine Herausforderung, doch der Geschmack sei salzig, säuerlich und überraschend süchtig machend.

Um das volle Erlebnis zu genießen, lohnt sich ein Besuch im Ulvö-Hotel während der Saison, denn dort wird klassischer Surströmming serviert.

Surströmming
A table is set with Princess cake and pitcher of cordial.
Schwedentorte oder Prinsesstårta
Die Schwedentorte ist seit den 1920er Jahren einer der beliebtesten Kuchen Schwedens. Sie besteht aus Tortenschichten, Schlagsahne, Vanillecreme und grünem Marzipan mit Puderzucker.
Foto: Magnus Carlsson/imagebank.sweden.se

Die Prinzessinnentorte (‘prinsesstårta’)

Die Prinzessinnentorte gilt in Schweden oft als die Königin unter den Kuchen und das in einem Land voller süßer Verführungen. Sie besteht aus luftigem Biskuit, Vanillecreme und Schlagsahne, umhüllt von grünem Marzipan und gekrönt von einer rosa Rose.

Früher als „Grüne Torte“ (grön tårta) bekannt, geht sie auf die Lehrerin der Prinzessinnen, Jenny Åkerström, zurück, die das Rezept 1948 im Prinzessinnen-Kochbuch veröffentlichte. Für eine klassische Variante lohnt sich ein Besuch im Konditori Hollandia in Malmö oder im Ryggåsstuganin Dala-Järna.

Eine moderne Interpretation findest du im Stockholmer Brasserie-Klassiker Sturehof: Dort wird die Prinzessinnentorte im Coupe-Glas serviert, das zuletzt für viel Aufmerksamkeit in den sozialen Medien sorgte.

Die Prinzessinnentorte (‘prinsesstårta’)
A basket filled with cinnamon buns.
Zimtschnecken
Zimtschnecken (kanelbullar) sind der Inbegriff von schwedischem Gebäck. Diese mit Zimt, Zucker und Butter gefüllten Weizenmehlschnecken sind in allen Bäckereien und Cafés zu finden.
Foto: Tina Stafrén/imagebank.sweden.se

Zimtschnecken (‘kanelbulle’)

Kaum etwas steht so sehr für Fika wie die schwedische Zimtschnecke. Sie ist unwiderstehlich weich, mit Kardamom gewürzt und mit Zimt gefüllt. Am besten genießt man sie mit starkem Kaffee oder einem Glas kalter Milch. Sie entstand nach dem Ersten Weltkrieg und erlebte ihren großen Durchbruch in den 1950er-Jahren, als Butter, Zucker und Gewürze leichter verfügbar wurden. Sie ist so erfolgreich, dass ihr sogar ein eigener Festtag gewidmet ist: der Tag der Zimtschnecke am 4. Oktober.

Für ein klassisches Erlebnis solltest du den Einheimischen folgen, die dir sagen, wo es die besten Zimtschnecken gibt. Wenn dir beim Eintreten der Duft von warmem Zimt entgegenströmt, bist du genau richtig. Such dir die Schnecke mit der dicksten Zuckerschicht oben drauf, lehn dich zurück und betrachte den Rest des Tages als offiziell aufgewertet.

Zimtschnecken (‘kanelbulle’)