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Berså Keramik von Stig Lindberg
Schwedisches Design, Berså Keramik, von Stig Lindberg (1961).
Fotonachweis: Gustavsbergs Porslinsfabrik

Zerbrechliches Design: Porzellan und Glas aus Schweden

Wer sich aus Schweden Glasartikel und Keramik – vor allem Porzellan – mitbringt, wird sich zu Hause noch oft an seinen Urlaub erinnern. Die zeitlosen Stücke passen zu jedem Anlass. Wir stellen Designer und Marken vor, die jahrhundertealte Handwerkstraditionen weiterführen. Svenskt Tenn, Rörstrand und andere Hersteller setzen dabei auf eine moderne skandinavische Formensprache.

Das schwedische Design hat einen unverwechselbaren Ausdruck und funktioniert in jedem Bereich – von Möbeln und Haushaltswaren bis hin zu Mode und Schmuck. Auch Glasdesign und Feinkeramik sind wichtige Bestandteile des Repertoires. Seit der funktionalistischen Bewegung im frühen 20. Jahrhundert hat die schwedische Designwelt ein ganzheitliches Angebot entwickelt: praktische, aber ebenso schöne Dinge, die sich perfekt für das moderne Zuhause eignen.

Ein Meilenstein für die Selbstfindung der schwedischen Gestalter war die Veröffentlichung des Buches „Vackrare Vardagsvara“ („Schönere Alltagswaren“) des Kunsthistorikers Gregor Paulsson im Jahr 1919. Darin plädierte er für funktionale und hochwertige Alltagsgegenstände, die dank Massenproduktion auch für Durchschnittsbürger erschwinglich waren. „Weniger ist mehr“ lautet seitdem das Motto für Farben und Formen. Dennoch sind die Produkte durchdesignt und man sieht ihnen die Liebe zum Detail an.

Die Glas- und Keramikindustrie ging dem Funktionalismus natürlich um Jahrhunderte voraus. Die erste schwedische Porzellanmanufaktur – Rörstrand – wurde bereits 1726 eröffnet. Auch das schwedische Glasdesign etablierte sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts: Im Jahr 1742 feuerte die Glashütte im småländischen Kosta erstmals den Hochofen an. Heute, fast 300 Jahre später, produziert Kosta Boda weltweit begehrtes Glasdesign und bildet das Herzstück des viel besuchten schwedischen Glasreichs. Dort sind mehrere Glashütten in benachbarten Dörfern angesiedelt, die vom schlichten Trinkgefäß bis hin zur kunstvollen Deko alles Mögliche anfertigen.

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Inwhite von Rörstrand

Ein Set aus weißem Porzellan von Rörstrand namens „Inwhite“, entworfen von Monica Förster.

Foto: Rörstrand

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Inwhite von Rörstrand

Foto: Rörstrand

Kerzenhalter und Vasen Karat von Lena Bergström

Foto: Orrefors Kosta Boda

Serie Septum von Mattias Stenberg

Foto: Kosta Boda

Schwedische Glas- und Keramikdesigner

Viele schwedische Designobjekte aus Glas, Keramik und Porzellan zelebrieren mit floralen Mustern die Schönheit der Natur. Halte bei deinem nächsten Besuch in Stockholm, Göteborg oder Malmö auch in Secondhand-Läden nach schönen Stücken Ausschau. Vintage-Geschirr mit modernen Kreationen zu mixen, ist bei den Schweden nämlich gang und gäbe. Vor allem das gemusterte Porzellan im Stil der 1960er-Jahre verträgt sich wunderbar mit neuem einfarbigem Geschirr. Ein bekannter Porzellandesigner war Stig Lindberg (1916-1982). Für die schwedische Porzellanmanufaktur Gustavsberg entwarf er zum Beispiel das Muster „Berså“ mit stilisierten grünen Blättern. Das Kaffeeservice mit Tassen, Tellern und Zubehör wird noch immer hergestellt, und das unverkennbare Muster hat längst auch Tapeten, Schürzen, Tabletts und andere Wohnaccessoires erobert.

Ingegerd Råman (geb. 1943) ist eine zeitgenössische Gestalterin von Glas- und Keramikserien. Zu den bekanntesten Werken ihrer Karriere, die 1968 begann, gehören das minimalistische Vasen-Set „Skyline“ (2000) und der Sherry-Dekanter „Tanteralla“ (1999). Bei beiden Entwürfen handelt es sich um schlanke, hochgewachsene Glasgefäße. Trotz ihrer klaren Linien strahlen Råmans Kreationen Wärme und manchmal sogar Humor aus. Im Jahr 2003 hat sie beispielsweise Kinderteller für Svenskt Tenn kreiert. Den Rand des Tellers verzieren Elefanten nach dem Muster „Elephant“ von Gründerin Estrid Ericson. Aber einer von ihnen geht in die entgegengesetzte Richtung. Das Stockholmer Einrichtungsgeschäft Svenskt Tenn ist eine wahre Institution des schwedischen Designs. Dort findest du viele begehrenswerte Glas- und Porzellanprodukte, zum Beispiel den schlichten Kaffeebecher „Streck“ (Strich), entworfen von der Keramikerin Signe Persson-Melin (geb. 1925).

In Göteborg gestaltet Anna Elzer Oscarson (geb. 1970) unter ihrer Marke AEO praktische und dennoch stilvolle Porzellanartikel. Ihre Kollektion „Dancing Dune“ wurde 2016 mit dem „Design S“-Preis für herausragendes schwedisches Design ausgezeichnet. Während sich ihr Atelier in Göteborg befindet, werden ihre Kollektionen in Lidköping im renommierten Werk Porslinfabriken hergetsellt. Eine weitere bemerkenswerte und äußerst erfolgreiche Designerin aus Schweden ist Monica Förster (geb. 1966). Ihre schlichte Geschirrserie „Inwhite“, entworfen für die schwedische Porzellanmanufaktur Rörstrand im Jahr 2014, gilt dank einer niedrigen, zeitgemäßen Silhouette als „neue Generation des weißen Porzellans“. Rörstrand arbeitet mit zahlreichen zeitgenössischen Talenten zusammen, sogar mit der schwedischen Modemarke Filippa K.

Ein richtiger Klassiker dieser Porzellanmanufaktur ist die Serie „Swedish Grace“, entworfen von Louise Adelborg (1885-1971): einfarbige Teller, Becher und Schüsseln mit einem dezenten grafischen Relief. Diese meisterhafte Kollektion wurde erstmals auf der Stockholmer Ausstellung 1930 vorgestellt. Seitdem ist sie in vielen skandinavischen Heimen zu finden. Schlicht, zeitlos und vielseitig einsetzbar – schwedisches Design bewährt sich über die Jahrzehnte.

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Designerin Ingegerd Råman

Die schwedische Glasdesignerin Ingegerd Råman in ihrem Studio.

Foto: David Carlsson

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Designerin Ingegerd Råman

Foto: David Carlsson

Design shoppen

Foto: Rosanna Andersson / Visit Stockholm

Vasen von Anna Elzer Oscarson

Foto: Daniella Witte

Designerin Anna Elzer Oscarson

Foto: Faramarz Gosheh @farmarzgphoto

Dancing Dune Vase von Anna Elzer Oscarson

Foto: Faramarz Gosheh @farmarzgphoto

'Swedish Grace Gala' von Rörstrand

Foto: Rörstrand