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Kiruna Stadt und Mine
Kiruna, eine Bergbaustadt, ist die nördlichste Stadt Schwedens. Die ganze Stadt zieht gerade Haus für Haus ein Stück nach Osten. Der Boden unter der Stadt wird aufgrund des tiefen Bergbaus in der Nähe zu instabil, um Gebäude zu stützen.
Fotonachweis: Jonatan Stålhös/imagebank.sweden.se

Kiruna: Urlaub im Schein der Polarlichter

In Schwedens nördlichster Stadt kannst du das Nordlicht sehen, unter der Mitternachtssonne wandern und in die Lebensweise der Samen eintauchen. Außerdem locken kulinarische Spezialitäten sowie Schwedens höchster Berg: der Kebnekaise.

Kiruna liegt rund 200 Kilometer über dem Polarkreis in Lappland. Diese riesige Region macht etwa ein Viertel der Fläche Schwedens aus und zieht sich außerdem bis in die nördlichen Teile von Norwegen, Finnland und Russland.

Kiruna ist von einer abwechslungsreichen Landschaft mit tiefen Wäldern, weitläufigen Sümpfen, Seen, Flüssen und Bergen umgeben. Vielleicht fasst du dir ein Herz und besteigst Schwedens höchsten Berg, den 2.106 Metern hohen Kebnekaise? Die Umgebung von Kiruna ist jedenfalls ideal für Aktivitäten wie Wandern, Fliegenfischen, Skifahren, Schneeschuhwandern und Hundeschlittenfahrten. Außerdem erreichst du in nur einer Stunde Abisko, den besten Ort der Welt, um das Nordlicht zu sehen.

Aber auch in Sachen Stadtentwicklung ist Kiruna interessant und einzigartig. Die Stadt wurde 1900 als Bergbaugemeinde gegründet und lebt noch heute vom Abbau von Eisenerz. Die Mine befindet sich genau unterhalb der Stadt und höhlt ihr Fundament langsam aus. Damit der Bergbau fortgesetzt werden kann, ohne dass die Gebäude einstürzen, muss ein großer Teil der Stadt verlegt werden. Das bedeutet, dass ganze Häuser ausgehoben bzw. abgetragen und an anderer Stelle aufgebaut werden. Bis 2040 soll die gesamte Stadt einige Kilometer in Richtung Osten wandern. Am neuen Standort wurde 2018 als erstes Wahrzeichen von Kiruna 2.0 das modernistische Rathaus mit dem Beinamen „Kristall“ eingeweiht.

Bergbau in Schweden

Der Bergbau und die Eisenerzindustrie waren für die schwedische Wirtschaft schon immer von großer Bedeutung. Schweden macht einen großen Prozentsatz der westeuropäischen Eisenerzproduktion aus.

Foto: Sonia Jansson/imagebank.sweden.se

Kiruna als Basis für die Nordlicht-Jagd in Schwedisch Lappland

Das stärkste Argument für eine Reise nach Kiruna ist die hohe Wahrscheinlichkeit einer Nordlicht-Sichtung. Die Aurora Sky Station in Abisko – eine Zug- oder Autostunde von Kiruna entfernt – gilt als bester Ort der Welt, um dieses ergreifende Naturschauspiel zu bewundern. Die Bergstation profitiert nicht nur von der Lage oberhalb des Polarkreises, sondern vor allem davon, dass in der unmittelbaren Umgebung selten Wolken aufziehen. Außerdem ist die Stadt weit genug weg, dass keine Lichter stören. Der Himmel muss klar und richtig schwarz sein, damit man eine Chance hat. Die beste Zeit ist von August bis April.

Die restlichen drei Monate wird Nordschweden von der Sonne verwöhnt. Man spricht vom Phänomen der Mitternachtssonne, wenn sie monatelang gar nicht untergeht. Ein Tipp: Nutze die langen Tage um Mittsommer, um im beliebten Skigebiet Riksgränsen unter ungewohnten Bedingungen Ski zu fahren.

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Polarlichter

Das Nordlicht oder Aurora Borealis ist ein natürliches Lichterspiel, das während der Wintermonate in Nordschweden aufgrund der geografischen Nähe zum Polarkreis und zum magnetischen Nordpol häufig ist.

Foto: Asaf Kliger/imagebank.sweden.se

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Polarlichter

Foto: Asaf Kliger/imagebank.sweden.se

Polarlichter

Foto: Hjalmar Andersson/imagebank.sweden.se

Mitternachtssonne über den Skanden

Foto: Jonatan Stålhös/imagebank.sweden.se

Mitternachtssonne

Foto: Asaf Kliger/imagebank.sweden.se

Mitternachtscamping

Foto: Erik Leonsson/imagebank.sweden.se

Weitere Naturabenteuer in und um Kiruna

Der Sommer ist die beste Zeit für eine Wanderung in Schwedisch Lappland. Nutze die langen Tage für ein paar Etappen auf dem berühmten Königsweg (Kungsleden). Der Abschnitt von Abisko nach Nikkaluokta verläuft durch den Nationalpark Abisko mit seinen vielen Seen, kargen Bergen und hohen Gipfeln. Der Kebnekaise ist eine der Hauptattraktionen des Weges. Ein separater, durchaus schaffbarer Rundweg mit einer Länge von insgesamt 18 km bringt dich nach oben und wieder hinunter.

Mit Tausenden von Seen und zahlreichen Flüssen ist Kiruna auch ein beliebtes Ziel für Angler, zum Beispiel zum Fliegenfischen. In den klaren Gewässern sind Arten wie Saibling, Hecht, Äsche und Lachs heimisch. Für Anfänger gibt es geführte Angeltouren von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen, bei denen auch für den passenden Angelschein gesorgt ist. Ob Hechtangeln an Gebirgsflüssen oder eine Bootsfahrt von der Riverside Lodge am Fluss Torne älv, um Äschen und Forellen zu fischen – Lapland Wilderness Tours und andere Veranstalter bieten aktiven Urlaubern Ausflüge in Kirunas Umgebung an.

Im Winter ist hingegen eine Hundeschlittenfahrt durch die arktische Landschaft rund um die Stadt ein absolutes Highlight. Der Familienbetrieb Husky Home bietet Gästen sogar die Möglichkeit, selbst einmal einen Hundeschlitten zu steuern.

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Wandern auf dem Königspfad, Schwedisch Lappland

Vergiss bei deiner Wanderung auf dem Königspfad in Schwedisch Lappland nicht ein festes Paar Stiefel und wasserdichte Kleidung.

Foto: Cody Duncan / Swedish Lapland

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Wandern auf dem Königspfad, Schwedisch Lappland

Foto: Cody Duncan / Swedish Lapland

Polarlichter an Königspfad

Foto: Cody Duncan

Angeln

Foto: Anders Tedeholm/imagebank.sweden.se

Geführter Ausritt

Foto: Anna Öhlund/imagebank.sweden.se

Auf Abenteuer im Hundeschlitten

Foto: Anna Öhlund/imagebank.sweden.se

Schlittenhunde im Wald

Foto: Anna Öhlund/imagebank.sweden.se

Einblicke in die samische Kultur und Lebensart

Ein anderer Name für Lappland ist Sápmi: das Land der Samen. Die nordischen Ureinwohner leben seit Jahrtausenden in der Region. Ein essenzieller Teil ihrer Kultur und Identität ist die Rentierzucht. Halte Ausschau, wenn du über die Landstraßen um Kiruna fährst: Du könntest eine friedliche Herde beim Moosfressen beobachten (bitte aus der Ferne, um die Tiere nicht zu stören).

Um in die samische Kultur einzutauchen, solltest du Nutti Sámi Siida besuchen, wo dir Rentierhirten einen Einblick in ihr Leben geben und auch Gästezimmer anbieten. Der Hof liegt in Jukkasjärvi, etwa 20 km östlich von Kiruna (und gleich neben dem Icehotel!). Je nach Jahreszeit stehen unterschiedliche Aktivitäten auf dem Programm. Im Mai beobachtest du Kälber bei ihren ersten Schritten, im Winter geht es auf Rentierschlitten durch die verschneite Landschaft. Dann werden auch dreitägige Pakete mit Nordlichtgucken angeboten. Zum Auftanken wird traditionelles Essen über offenem Feuer zubereitet und stilecht in einem Lavvu-Zelt serviert.

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Samen

Die Samen haben ihre eigene Tracht, den Kolt. Die traditionell blauen Kostüme haben mindestens 12 verschiedene Stile und unterscheiden sich für Männer und Frauen.

Foto: Lola Akinmade Åkerström/imagebank.sweden.se

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Samen

Foto: Lola Akinmade Åkerström/imagebank.sweden.se

Rentiere füttern

Foto: Tina Stafrén/Visit Sweden

Ökotourismus mit den Samen

Foto: Asaf Kliger/imagebank.sweden.se

Sapmi Naturcamp

Foto: Lennart Pittja/Sápmi Nature/Visit Sweden

So schmeckt Kiruna: nordschwedische Spezialitäten und wo man sie findet

Das kulinarische Angebot in und um Kiruna ist von der samischen Kochtradition geprägt. Lokale Produkte und Zutaten aus der Natur bilden die Grundlage der nordschwedischen Esskultur. Man vermutet es in den arktischen Gefilden vielleicht nicht, aber in Lappland gedeihen zahlreiche essbare Pflanzen.

Und natürlich: Rentierfleisch! Als Grundnahrungsmittel der Samen kommt es in vielen Formen daher, etwa als Würstchen und als geräuchertes Steak. Auch Elchfleisch ist in Nordschweden weit verbreitet. Zu den typischen Fischen, die du auf Kirunas Speisekarten findest, gehören Saibling, Hecht, Lachs und Forelle. Probiere auch unbedingt den Maränenrogen namens „Kalix Löjrom“, das erste schwedische Lebensmittelprodukt, das von der EU eine geschützte Ursprungsbezeichnung („g. U.“) erhalten hat und somit mit Champagner und Thüringer Bratwurst auf einer Stufe steht.

Wenn im Spätsommer „der Wald geöffnet ist“, ziehen die Einheimischen von Kiruna los, um Beeren, Kräuter und Pilze zu sammeln. Dank dem schwedischen Jedermannsrecht darfst auch du dich in der Speisekammer von Mutter Natur bedienen. Wie in weiten Teilen Schwedens gibt es in den Wäldern rund um Kiruna viele Blaubeeren und Preiselbeeren. Etwas Besonderes hingegen ist das „Gold von Lappland“: die Moltebeere. Die bernsteinfarbene Delikatesse gedeiht in sumpfigem Gelände und erinnert von der Form her an eine Himbeere. Sie wächst aber nicht an Sträuchern, sondern an knöchelhohen Stängeln – und jeder bringt nur eine einzige Beere hervor. Wenn du das erste Mal in Nordschweden auf Nahrungssuche gehst, empfehlen wir dir, dich einem erfahrenen Guide anzuschließen.

In Kiruna ist das Restaurant Spis nennenswert, das sich auf nordschwedische Klassiker konzentriert. Hinter dem Namen „Suovaspanna“ verbirgt sich ein cremiges Pfannengericht mit geräuchertem Rentierfleisch, Pilzen und Preiselbeeren. An der Feinkosttheke findest du essbare Mitbringsel aus Schwedisch Lappland.

Auch in Kirunas Umgebung gibt es für Feinschmecker Lokale, die das Beste der Region auftischen. Dazu zählt die Brasserie Fjällköket in der Abisko Mountain Lodge. Die natürliche Umgebung erinnert daran, dass in Lappland viele Köstlichkeiten aus dem Wald stammen. In die saisonalen Slow-Food-Gerichte kommen regionstypische Zutaten wie Saibling, Elchfleisch und Moltebeeren.

Nach ähnlichem Prinzip, aber etwas gehobener, zaubert das Restaurant Veranda im Icehotel ein 12-Gänge-Verkostungsmenü: Die Köche bereiten Gerichte direkt vor deinen Augen zu und lassen dich eine breite Palette lokaler Zutaten probieren.

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Kochen im Freien in Schwedisch Lappland.

Frischer Saibling, der in einem Bergsee gefangen und im Freien über einem offenen Feuer gekocht wurde.

Foto: Carl-Johan Utsi

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Kochen im Freien in Schwedisch Lappland.

Foto: Carl-Johan Utsi

Kochen im Freien in Schwedisch Lappland

Foto: Carl-Johan Utsi

Kochen im Freien in Schwedisch Lappland

Foto: Carl-Johan Utsi

Preiselbeeren

Foto: Ted Logart/imagebank.sweden.se

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